Blumen und Kerzen stehen an einem Baum auf einem Spielplatz. Bei einem Streit zwischen zwei Männergruppen in Köthen ist ein 22-Jähriger ums Leben gekommen | Bildquelle: dpa

Fall Köthen Verurteilter Afghane abgeschoben

Stand: 31.07.2019 18:54 Uhr

Der Tod eines jungen Mannes in Köthen sorgte im September 2018 für bundesweite Schlagzeilen. Er starb an Herzversagen nach einer Auseinandersetzung mit zwei Afghanen. Einer der beiden ist nun abgeschoben worden.

Einer der beiden im Köthen-Prozess wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilten jungen Afghanen ist abgeschoben worden. Er habe am Dienstag in einem Sammelcharter nach Kabul mit 45 Ausreisepflichtigen gesessen, teilte das Innenministerium mit. "Die staatlich vollzogene Ausreisepflicht verdeutlicht erneut das Funktionieren des Rechtsstaats, selbst in herausfordernden Fällen", sagte Ressort-Chef Holger Stahlknecht (CDU).

Das Landgericht Dessau-Roßlau hatte am 17. Mai einen damals 17- und einen 19-jährigen Afghanen zu Jugendstrafen von einem Jahr und fünf Monaten sowie einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Abgeschoben wurde einem Sprecher zufolge der jüngere von beiden. Er ist inzwischen volljährig.

Bundesweite Aufmerksamkeit

Die beiden Afghanen hatten nach Überzeugung des Gerichts einen herzkranken 22-Jährigen im September 2018 in Köthen zunächst geschubst und den am Boden Liegenden getreten. Als Todesursache stellten Rechtsmediziner einen plötzlichen Herztod fest.

Der Fall hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, es gab rechtsgerichtete Demonstrationen und Gegenproteste. Auch nach dem Urteil war es zu Protesten in der Stadt gekommen.

Insgesamt wurden am Dienstag nach Angaben des Ministeriums aus mehreren Bundesländern 45 ausreisepflichtige Menschen per Sammelcharter nach Kabul geflogen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 31. Juli 2019 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: