Ein Wählerin wirft ihren Stimmzettel zur Kommunalwahl in Sachsen in die Wahlurne. | Bildquelle: dpa

Abstimmungen in zehn Ländern CDU und Grüne bei Kommunalwahlen vorne

Stand: 27.05.2019 14:02 Uhr

In zehn Bundesländern haben neben der Europawahl auch Kommunalwahlen stattgefunden. Sie gelten als wichtiger Stimmungstest. Die Grünen und die AfD legten kräftig zu, die großen Parteien wurden abgestraft.

In zehn Bundesländern haben die Wähler nicht nur über das Europaparlament abgestimmt, sondern auch auch über ihre Stadt- und Gemeinderäte, Kreistage und Bürgermeister. In Ostdeutschland blieb die CDU dabei stärkste Kraft. Die AfD legte stark zu.

Bei den Kreistagswahlen in Sachsen führte die CDU nach Auszählung der Stimmen in den meisten Wahlbezirken in acht Landkreisen. In den Landkreisen Görlitz und Meißen war die AfD vorne. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz liegt der AfD-Politiker Sebastian Wippel nach dem ersten Wahlgang in Führung. Laut Wahlleiterin bekam er gut 36 Prozent der Stimmen. In Leipzig gewannen die Linken trotz Verlusten mit 21,4 Prozent.

Wähler sitzen während der Stimmabgabe zu den Europa- und Kommunalwahlen in Sachsen mit ihren Stimmzetteln in der Wahlkabine. | Bildquelle: dpa
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Kommunalwahlen in Sachsen: In zahlreichen Bundesländern wurden nicht nur die EU-Abgeordneten gewählt.

CDU kommunal stärkste Kraft

In Sachsen-Anhalt kommt die CDU nach Auszählung fast aller Wahlkreise auf etwa 25 Prozent, gefolgt von der AfD mit gut 16 Prozent. Die SPD kam demnach auf knapp 14 Prozent, die Linke auf rund 15 Prozent. Grüne und FDP konnten hingegen leicht zulegen, die Grünen auf gut acht und die FDP auf knapp sechs Prozent.

Bei den Kommunalwahlen in Brandenburg behauptete die CDU mit 18,3 Prozent der Stimmen trotz Verlusten den ersten Platz - knapp vor der SPD, die nach dem vorläufigen Endergebnis mit ebenfalls deutlichen Verlusten 17,7 Prozent holt. An dritter Stelle kam die AfD mit knapp 16 Prozent - ein deutliches Plus.

In Thüringen blieb die CDU laut aktuellem Stand mit rund 28 Prozent deutlich stärkste Kraft. An zweiter Stelle folgte die AfD mit 18 Prozent. Die Linke kam auf 13,5 Prozent, die SPD auf 13 Prozent der Stimmen.

In Mecklenburg-Vorpommern kam die CDU bei den Wahlen der sechs Kreistage und der Stadtparlamente von Rostock und Schwerin laut Landeswahlleitung auf insgesamt gut 25 Prozent der Stimmen. Die Linke erreichte demnach 16 Prozent, die SPD 15 Prozent. Die meisten Gewinne erzielte die AfD - sie kam auf 14 Prozent. Der Däne Claus Ruhe Madsen hat gute Chancen, als erster Ausländer Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt zu werden. Er gewann bei der Kommunalwahl in Rostock den ersten Wahlgang mit 34,6 Prozent der Stimmen.

Im Westen bundesweiter Trend bestätigt

In Baden-Württemberg sind die Grünen in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart laut Prognose stärkste Kraft. In allen drei Städten erhielten sie zwischen rund 25 und etwa 30 Prozent der Stimmen. Insbesondere in Stuttgart wurde das Ergebnis mit Spannung erwartet. Aktuell stellen die Grünen den Oberbürgermeister der Stadt. Doch um den Gemeinderat liefert sich die Partei seit 2009 einen Machtkampf mit der CDU.

Auch in Rheinland-Pfalz lagen die Grünen im Aufwind. In Mainz erreichten sie laut letzter Hochrechnung gut 28 Prozent. Auch die FDP, die Teil der Landes- und Gemeinderegierung ist, hat demzufolge an Stimmen gewonnen - die Partei erreicht nun 5,5 Prozent. Die SPD landete bei knapp 21 Prozent der Stimmen. Die CDU lag bei 24 Prozent, die AfD bei vier.

Nach den Bezirkswahlen in Hamburg lagen die Grünen am Mittag bei rund 30 Prozent. Das wäre ein Plus von 12 Punkten. Die SPD rutschte laut Zwischenergebnis auf knapp 25 Prozent ab. Die CDU lag bei 17 Prozent, die Linke bei 11,5, die AfD bei 7,5 und die FDP bei sechs.

Im Saarland scheint sich größtenteils die CDU durchgesetzt zu haben. Die SPD gewann den ersten Wahlgang zur Wahl des Oberbürgermeisters in Saarbrücken. Die derzeitige Amtsinhaberin Charlotte Britz errang 36,8 Prozent der Stimmen. Insgesamt wurden 34 Rathauschefs neu gewählt, in jeder dritten Kommune fällt die Entscheidung erst in der Stichwahl in zwei Wochen.

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