Öffnungskonzept der Bundesländer In drei Stufen zurück zur Kultur

Stand: 06.02.2021 14:36 Uhr

Leere Ausstellungen, verwaiste Bühnen, abgeriegelte Kinos: Wie kann der Kulturbetrieb nach dem Lockdown wieder anlaufen? Die Bundesländer haben einen Plan entwickelt, wie die Wiedereröffnung gelingen könnte.

Die Bundesländer wollen mit einem drei Stufen umfassenden Plan "Kultur wieder ermöglichen". In einem gemeinsamen Papier skizzieren die Kulturminister der Länder, wie sich die Kulturszene nach einem Ende des Lockdowns dem Alltag nähern könnte. Die aktuellen Beschränkungen sollen dann "schrittweise wieder aufgehoben werden", heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Konkrete zeitliche Komponenten oder Daten werden in dem Dreistufenplan bislang nicht genannt. Das Papier hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder bei den Kulturressorts für ein Eröffnungsszenario angefordert. Aktuell liegt das Konzept bei den Staats- und Senatskanzleien.

Die geplanten Schritte der Wiedereröffnung sollen "im Einklang mit den Lockerungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft" erfolgen. Damit wollen die für Kultur zuständigen Ressortspitzen "der grundrechtlich geschützten Kunstfreiheit gerecht werden".

Kulturminister loben Hygienekonzepte

"Die Kultureinrichtungen haben im letzten Jahr passgenaue Hygiene- und Schutzkonzepte ermöglicht, die einen verantwortungsbewussten Betrieb zulassen", heißt es in dem Papier. Dabei verweisen die Minister und Senatoren auch auf Erfahrungen etwa mit der Maskenpflicht in den Häusern während der Pandemie. "Die Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln ist für die Besucher von Kultureinrichtungen eine Selbstverständlichkeit."

Nach Einschätzung der Kulturminister haben die Kultureinrichtungen auch die Nachverfolgbarkeit der Besucherkontakte sichergestellt und Schutzkonzepte für die Beschäftigten entwickelt. Außerdem würden viele Einrichtungen wie etwa Museen bereits über hochwertige Klima- und Belüftungsanlagen verfügen. Andere hätten während der Corona-Krise technisch nachgerüstet.

In drei Stufen alle Häuser öffnen

Für die Öffnung der einzelnen kulturellen Einrichtungen wollen die Länder in drei Stufen vorgehen. "Korrespondierend mit der Wiedereröffnung der Schulen und Kitas werden die außerschulischen Bildungsangebote der Kultureinrichtungen und der Musik- und Kunstschulen wieder zugelassen", heißt es.

In einem zweiten Schritt sollen Museen, Galerien, Gedenkstätten und Bibliotheken sowie vergleichbare Einrichtungen "spätestens mit der Eröffnung des Einzelhandels einen Basisbetrieb für die Öffentlichkeit anbieten". Daneben sind Freiluftveranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern möglich.

Klare Vorgaben für Publikumsbetrieb

In einer dritten Stufe sollen Veranstaltungen in Theatern, Opernhäusern und Konzerthäusern, Kinos und ähnlichen Gebäuden möglich gemacht werden. Dies betrifft auch Proben und Auftritte der Laien- und Amateurkultur. Dieser Schritt soll "spätestens dann" ermöglicht werden, "wenn auch Betriebe der Gastronomie wieder öffnen".

Für die Besetzung mit Publikum gibt es in dem Konzept der Kulturminister klare Vorgaben: "Grundsätzlich ist dabei ein Mindestabstand bei einem nachverfolgbaren festen Sitzplan einzuhalten."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Februar 2021 um 18:58 Uhr.

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