Das Jugendwort des Jahres 2018: Ehrenmann/Ehrenfrau | Bildquelle: dpa

Langenscheidt-Verlag "Ehrenmann/Ehrenfrau" zum Jugendwort gekürt

Stand: 16.11.2018 13:21 Uhr

"Lauch" oder "verbuggt" oder "lindnern" waren Favoriten bei der Wahl des Jugendwortes des Jahres. Am Ende entschied sich die Jury des Langenscheidt-Verlags aber für "Ehrenmann" beziehungsweise "Ehrenfrau".

"Ehrenmann" beziehungsweise "Ehrenfrau" ist das Jugendwort des Jahres 2018. So werde jemand bezeichnet, der etwas Besonderes für einen tut, erklärte der Langenscheidt-Verlag in München.

Eine 21-köpfige Jury hatte das Wort gewählt. Sie bestand in diesem Jahr unter anderem aus Journalisten, Bloggern, Schülern und einem Polizeikommissar aus dem Berliner Stadtteil Kreuzberg.

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Nicht mehr auf Männer eingeschränkt

Juror Oliver Bach, Literaturwissenschaftler an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, sagte über "Ehrenmann/Ehrenfrau": "Die Jugendsprache hat dieses Wort wiederentdeckt, und anders als früher ist es nicht mehr auf höhere Gesellschaftsschichten und nicht mehr auf Männer beschränkt."

Der 18 Jahre alte Youtuber Fabian Grischkat sagte: "Ich freue mich besonders über das Wort, da es in Zeiten von Hass und Hetze ein positives Zeichen setzt. Jeder Mensch, der eine gute Tat vollbringt, darf sich ab heute mit dem offiziellen Jugendwort schmücken!"

Bei einer vorangegangenen, unverbindlichen Online-Abstimmung war "Ehrenmann/Ehrenfrau" auf dem dritten Platz gelandet.

Jugendwörter des Jahres seit 2008

2018: Ehrenmann/ Ehrenfrau
2017: i bims (ich bin’s)
2016: fly sein (abgehen)
2015: Smombie (Smartphone + Zombie = Smombie)
2014: Läuft bei dir (alles perfekt (kann ironisch sein))
2013: Babo (Anführer, Chef)
2012: Yolo (You Only Live Once, "Sei’s drum")
2011: Swag (coole Ausstrahlung)
2010: Niveaulimbo (ständiges Absinken des Niveaus)
2009: hartzen (auf der faulen Haut liegen)
2008: Gammelfleischparty (Ü30 Party)

Quelle: Langenscheidt-Verlag

30 Begriffe zur Auswahl

Seit Ende August bis Anfang der Woche standen 30 Begriffe zur Auswahl, die zeigen sollen, wie Jugendliche heute reden - darunter "Lauch", ein anderes Wort für Trottel. Der Favorit der rund 1,5 Millionen Teilnehmer war "verbuggt", das für etwas steht, das voller Fehler ist.

In Anspielung auf den Rückzug der FDP und ihres Vorsitzenden Christian Lindner aus einer möglichen Koalition mit CDU/CSU und Grünen nach der Bundestagswahl 2017 stand auch "lindnern" zur Wahl: also - gemäß Lindner-Zitat - lieber etwas gar nicht zu machen als etwas schlecht zu machen.

Annette Schwartzmanns, Leiterin von Vertrieb und Marketing im Langenscheidt-Verlag, mit dem Jugendwort des Jahres 2018: Ehrenmann/Ehrenfrau | Bildquelle: dpa
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Die Wahl des Jugendwortes ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags. Seit 2008 wird es jährlich bestimmt.

Werbeaktion des Verlags

Die Kriterien für die Top 30 sind laut Verlag Originalität, Kreativität, Verbreitung sowie kulturelle, gesellschaftliche und zukünftige Relevanz. Die Jury musste sich dann für eines der zehn beliebtesten Wörter aus dem Online-Voting entscheiden.

2017 hatte der Ausdruck "I bims" gewonnen, ein Synonym für "Ich bin" und "Ich bin's".

Seit 2008 wird jährlich ein Jugendwort bestimmt. Dabei wird häufig diskutiert, ob das gewählte Wort wirklich dem Sprachgebrauch von Jugendlichen entspricht. Die Wahl ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. November 2018 um 13:00 Uhr.

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