Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, spricht auf dem Parteitag in Hannover.  | Bildquelle: dpa

Sammlungsbewegung "Aufstehen" Linkspartei-Spitze geht auf Distanz

Stand: 19.08.2018 09:00 Uhr

Mit der Sammlungsbewegung "Aufstehen" will Linkspartei-Fraktionschefin Wagenknecht neue Mehrheiten in der Politik erreichen. Doch in der eigenen Partei bleibt die Skepsis groß.

Spitzenpolitiker der Linkspartei haben sich von der linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" distanziert. "Das ist kein Projekt der Partei Die Linke. Es ist ein Projekt von Einzelpersonen", sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) über das Projekt von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und dem früheren Parteichef Oskar Lafontaine. Logistische Verknüpfungen zur Partei gebe es nicht.

Auf der Suche nach neuen Mehrheiten

Wagenknecht will Anfang September ihre Sammlungsbewegung "Aufstehen" offiziell vorstellen. Die Linken-Politikerin will damit nach eigenen Angaben keine neue Partei gründen, sondern die Voraussetzung für neue linke Mehrheiten in der Politik schaffen.

"So wie ich es bisher verstanden habe, soll das Projekt Leute ansprechen, die noch nicht links sind, sondern andere Parteien gewählt haben, von denen sie jetzt enttäuscht sind", sagte Riexinger der "FAS". "Insofern ergibt es keinen Sinn zu versuchen, Wähler der Linken zu gewinnen." Riexinger hatte sich bereits in der Vergangenheit skeptisch geäußert.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch | Bildquelle: dpa
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Linksfraktionschef Bartsch: "Ein eher virtuelles Projekt"

"Ein eher virtuelles Projekt"

Dietmar Bartsch, der mit Wagenknecht die Linksfraktion im Bundestag leitet, sagte der Zeitung, bisher handele es sich bei "Aufstehen" um "ein eher virtuelles Projekt". "Es gibt eine Internetseite und ein paar professionell gemachte Videos. Mehr ist erstmal noch nicht da."

Bartsch hob in der "FAS" hervor, er kämpfe seit Jahren für einen Politikwechsel hin zu Mitte-Links. "Das Problem ist, dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht nicht zwingend für die Zusammenführung von Linken stehen", kritisierte er. Andererseits könne das Projekt immerhin für Bewegung sorgen.

"Das ist antiaufklärerisch"

Der Linken-Kulturminister und Chef der Staatskanzlei in Thüringen, Benjamin Hoff, sagte der "FAS": "Wir gegen die Politik da oben - das ist ein Trend in der politischen Debatte." Auch Wagenknechts Sammlungsbewegung bediene diesen Trend. "Das ist antiaufklärerisch", kritisierte Hoff.

Ralf Christoffers, der Vorsitzende der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, hält die "Aufstehen"-Bewegung "nicht für das richtige politische Instrument", um das Ziel umzusetzen, eine soziale Entwicklung in Deutschland politisch mehrheitsfähig zu machen. "Ob sie spaltet, werden wir sehen", sagte er im Sommerinterview mit dem rbb-Fernsehmagazin "Brandenburg aktuell". Im Augenblick sehe er das allerdings noch nicht.

Geplante Sammlungsbewegung von Linksfraktionschefin Wagenknecht sorgt für Unmut in ihrer Partei
tagesschau 20:00 Uhr, 19.08.2018, Oliver Köhr, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. August 2018 um 06:00 Uhr.

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