Rainer Schaller, Fitnessunternehmer und damaliger Inhaber der Loveparade-Veranstalterin Lopavent, steht in einem Gerichtssaal der Außenstelle des Landgerichts Duisburg.  | Bildquelle: dpa

Prozess in Düsseldorf Loveparade-Veranstalter kritisiert Polizei

Stand: 24.05.2018 11:13 Uhr

  • Loveparade-Prozess: Dritter Tag der Veranstalter-Aussage
  • Rainer Schaller von Verteidigung und Nebenklägern befragt
  • Schaller will Hinterbliebene weiter unterstützen

Zum dritten Mal in Folge hat beim Loveparade-Prozess der Veranstalter Rainer Schaller am Donnerstagmorgen (24.05.2018) als Zeuge ausgesagt. Er wurde gut eine Stunde lang von der Verteidigung befragt - und betont, wie wenig Kenntnis er von den organisatorischen Entscheidungen letztendlich hatte.

Mehrere Fragen zielten darauf ab, dass nicht die angeklagten Lopavent-Mitarbeiter, sondern Schaller selbst die Organisation der Loveparade geleitet und immer wieder Entscheidungen getroffen habe. Der Zeuge wies dies erneut zurück. Er habe da seinen Mitarbeitern vertraut, sagte Schaller.

Weiter Geld für Hinterbliebene

Auf Nachfrage von Opferanwalt Julius Reiter erklärte Schaller, dass er Hinterbliebene auch weiterhin finanziell unterstützen wolle.

Dann endete die dreitägige Befragung von Schaller - vorläufig. Möglicherweise wird der Zeuge nämlich zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess erneut vorgeladen.

Schaller kann sich "nicht richtig" erinnern

Am zweiten Tag seiner Vernehmung im Loveparade-Prozess war Schaller am Mittwoch (23.05.2018) erneut oft vage geblieben. An ein Interview, in dem er zwei Tage nach dem Unglück den Umgang der Polizei mit den Schleusen zum Gelände kritisiert hatte, könne er sich "nicht richtig" erinnern. Alles, was er den Medien gesagt habe, habe er zuvor in seinem Team abgefragt.

Er wisse auch nicht mehr, was er auf einer Pressekonferenz einen Tag nach dem Unglück mit 21 Toten gesagt habe. Er wisse aber, "dass es furchtbar war".

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Die wichtigsten Aussagen aus der Zeugenvernehmung

Rainer Schaller und Mika Schmidt im Landgericht Duisburg

Rainer Schaller und Mika Schmidt im Landgericht Duisburg | Bildquelle: ddp images/Pool EPA

Schaller: Habe "moralische Verantwortung"

Am ersten Tag seiner Vernehmung hatte der Inhaber der Fitnesskette McFit am Dienstag (22.05.2018) ausgesagt, dass er sich bei der Vorbereitung der Technoparade meist auf seine Mitarbeiter verlassen habe. Er trage aber die "moralische Verantwortung".

Loveparade-Prozess: Veranstalter im Zeugenstand
wdr
24.05.2018 14:00 Uhr

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