Bundeswehrsoldaten marschieren zum Appell  | Bildquelle: ddp

Bundeswehr Mehr rechtsextreme Soldaten enttarnt

Stand: 09.03.2019 11:01 Uhr

In der Bundeswehr wurden offenbar mehr rechtsextreme Soldaten entlassen als bisher bekannt. Einem Bericht zufolge räumte der Militärische Abschirmdienst ein, dass die bisherigen Zahlen ungenau waren.

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat einem Medienbericht zufolge in den vergangenen Jahren mehr rechtsextreme Soldaten enttarnt und für ihre Entlassung aus der Truppe gesorgt als bisher bekannt. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf den Innenausschuss.

In einer vertraulichen Sitzung habe ein MAD-Abteilungsleiter Mitte Februar eingeräumt, der Geheimdienst habe "nach außen" und auch gegenüber dem Bundestag stets nur die Zahl der eindeutig "erkannten Rechtsextremisten" kommuniziert. Im Jahr 2018 waren demnach vier Soldaten wegen dieser Einstufung entlassen worden, im Jahr zuvor waren es sechs.

Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst in Köln | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst in Köln

Deutlich mehr Verdachtsfälle

Bei den Statistiken sei allerdings "zu kurz" gekommen, dass der Dienst seit 2013 jährlich "etwa zehn" weitere "Verdachtspersonen mit extremistischer Einstellung" enttarnt und der zuständigen Personalstelle gemeldet habe. Die meisten Betroffenen wurden demnach aus der Bundeswehr entfernt.

Dem Bericht zufolge bearbeitet der MAD zurzeit insgesamt 450 Verdachtsfälle aus dem Bereich Rechtsextremismus. 34 Fälle würden mutmaßliche Anhänger der sogenannten Reichsbürger betreffen. Weitere 34 Soldaten stünden im Verdacht, mit der rechtsextremen Identitären Bewegung zu sympathisieren.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. März 2019 um 11:23 Uhr.

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