Wiktorija Marinowa | Bildquelle: REUTERS

Mordfall Marinowa Verdächtiger wird ausgeliefert

Stand: 12.10.2018 12:04 Uhr

Der Verdächtige im Fall der getöteten Journalistin Marinowa soll in Kürze in sein Heimatland ausgeliefert werden. Der Bulgare war in Deutschland festgenommen worden. Er legte inzwischen ein Teilgeständnis ab.

Nach dem Mord an der bulgarischen TV-Moderatorin Viktorija Marinowa hat der in Deutschland festgenommene 20-jährige Verdächtige ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe zugegeben, die Journalistin in der bulgarischen Stadt Russe ins Gesicht geschlagen und in ein Gebüsch geworfen zu haben, so die Generalstaatsanwaltschaft im niedersächsischen Celle. Allerdings habe er die Frau weder töten wollen noch vergewaltigt und ausgeraubt. Der Bulgare soll in den kommenden Tagen an sein Heimatland ausgeliefert werden.

Wohl kein politischer Hintergrund

Auf Grundlage seiner Aussagen könne ein politischer Hintergrund für die Tat nicht angenommen werden, erklärte die Staatsanwaltschaft in Celle. Der Verdächtige lebte demnach in der Nachbarschaft der Moderatorin. Es sei von einem spontanen Angriff aus sexuellen Motiven auszugehen.

Das Oberlandesgericht Celle ordnete die Auslieferungshaft an. Der Beschuldigte soll in den nächsten zehn Tagen an sein Heimatland überstellt werden. Nach Angaben des Gerichts hat der Mann gegen seine Auslieferung keine Einwände erhoben.

"Zufällig in Streit geraten"

Die Journalistin joggte am vergangenen Samstag durch den Park in Russe, sie trainierte für einen Marathon. Als der Verdächtige sein Opfer traf, stand er eigenen Angaben zufolge unter starkem Alkohol- und Drogeneinfluss. Er habe die Frau nicht gekannt und sei zufällig mit ihr in Streit geraten, sagte er in der Vernehmung. Nach dem er sie in ein Gebüsch geworfen habe, sei er weitergegangen.

Die bulgarische Journalistin Viktoria Marinowa | Bildquelle: REUTERS
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Der Verdächtige gab an, "zufällig" mit der bulgarischen Journalistin Viktoria Marinowa "in Streit geraten zu sein".

Der Mann war am Dienstag nach Hinweisen von bulgarischen Behörden von Spezialkräften der deutschen Polizei in einer Wohnung in Stade festgenommen worden. Dort leben Familienangehörige des 20-Jährigen. Bei seiner Festnahme leistete er keinen Widerstand.

DNA des Mannes an ihrem Körper entdeckt

Nach Ermittlungen der bulgarischen Behörden soll er der Frau das Mobiltelefon abgenommen und auch Schmuck des Opfers entwendet haben. In seinem Heimatland muss der Mann nach seiner Rückkehr mit einer Anklage wegen Mordes und Vergewaltigung rechnen. Ihren Tatverdacht stützen die bulgarischen Behörden auf DNA-Proben. DNA-Material des Mannes sei am Körper der Toten entdeckt worden.

Über dieses Thema berichtete das NDR Fernsehen am 12. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

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