Video-Podcast der Kanzlerin "Wir werden das Virus gemeinsam besiegen"

Stand: 01.04.2021 21:07 Uhr

Kanzlerin Merkel schwört die Bürger auf ein "ruhiges Osterfest im kleinen Kreis" ein. Nur so könne das Virus besiegt werden. Derweil warnen Intensivmediziner vor einer Überlastung der Intensivstationen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Bürgerinnen und Bürger vor den Ostertagen aufgerufen, sich konsequent an alle Corona-Regeln zur Kontaktbeschränkung zu halten. "Mit unserem Verhalten können wir das starke Wachstum der Infektionszahlen wieder bremsen, stoppen und dann umkehren. Auch darum geht es an Ostern in diesem Jahr", sagte Merkel in ihrem Video-Podcast.

Ärzte und Pflegekräfte könnten den Kampf gegen die dritte Welle der Pandemie alleine nicht gewinnen. "Wir sollten sie nicht allein lassen, sondern sie mit unserem Verhalten unterstützen", appellierte Merkel und ergänzte: "Wir werden das Virus gemeinsam besiegen." Für die nächsten Tage heiße das vor allem, "dass es ein ruhiges Osterfest werden soll, eines im kleinen Kreis, mit sehr reduzierten Kontakten", sagte Merkel. "Es wird leider noch einmal ein Ostern mit Einschränkungen sein müssen. Ich weiß, dass darin auch eine große Enttäuschung liegt." Sie bitte die Menschen aber dringend, "auf alle nicht zwingenden Reisen zu verzichten".

"Haben jetzt zwei handfeste Helfer": Tests und Impfungen

Zugleich wolle sie den Menschen Mut machen, "denn diese noch einmal wirklich schwierige Phase der Pandemie ist anders als ihr Beginn vor einem Jahr", sagte die Kanzlerin: "Wir haben jetzt zwei ganz handfeste Helfer, die wir im letzten Jahr noch nicht hatten" - die Tests und die Impfungen. Wie schon vor einem Jahr und vor Weihnachten müsse es das Hauptziel sein, "die Gesundheit möglichst vieler Menschen zu schützen und alles zu tun, damit unser Gesundheitssystem der gewaltigen Herausforderung standhalten kann", so die Kanzlerin.

Während Tests dazu beitrügen, die Pandemie zu kontrollieren, sei das Impfen der Schlüssel, die Pandemie zu überwinden. "Daran ändert auch die Umstellung der Impfkampagne nach der veränderten Empfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff nichts." Der April werde beim Impfen große Schritte nach vorne bringen. Jede Woche würden Millionen Menschen mehr sicheren und hochwirksamen Schutz vor einer Corona-Erkrankung haben.

Mediziner: In vier Wochen könnten Stationen voll sein

Unterdessen warnen Mediziner, dass die Intensivstationen in Deutschland infolge steigender Corona-Zahlen bereits in vier Wochen voll sein könnten. Der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sagte der "Rheinischen Post": "Seit Mitte März sind unterm Strich 1000 Intensivpatienten zusätzlich in den Krankenhäusern gelandet. Wenn sich diese Geschwindigkeit fortsetzt, sind wir in weniger als vier Wochen an der regulären Kapazitätsgrenze angelangt." Aktuell seien noch 1500 Intensivbetten für Covid-Patienten frei.

"Wir malen keine Schreckensbilder, unsere Warnungen sind von den Zahlen gedeckt", erklärte Karagiannidis. "Es braucht jetzt dringend einen harten Lockdown für zwei Wochen, verpflichtende Tests an Schulen zweimal in der Woche und deutlich mehr Tempo bei den Impfungen in den Zentren und Arztpraxen."

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisierte solche Warnungen. Der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß, sagte der "Rheinischen Post", er sei überzeugt, "dass die Schreckensszenarien, die aus dem Bereich der Intensivmedizin seit Tagen verbreitet werden, weder in der Politik noch in der Bevölkerung zu den damit wahrscheinlich beabsichtigten Reaktionen führen werden".

Kanzlerin Merkel hofft in ihrem Video-Podcast auf ruhige Ostern

01.04.2021 21:00 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. April 2021 um 21:50 Uhr.

Darstellung: