Der CDU-Politiker Friedrich Merz steht auf einer Dachterrasse in Berlin. | Bildquelle: dpa

Kandidatur für CDU-Vorsitz Keine Frau an Merz' Seite

Stand: 18.12.2020 21:23 Uhr

Eigentlich wollte Friedrich Merz für seine Kandidatur als CDU-Vorsitzender eine Frau als zukünftige Generalsekretärin an seine Seite holen. Doch nun kommt es anders.

Friedrich Merz will im Falle seiner Wahl zum CDU-Chef an Generalsekretär Paul Ziemiak festhalten. "Gut acht Monate vor der Bundestagswahl den Parteivorsitzenden und den Generalsekretär auszutauschen, ist ein viel zu großes Risiko. Das sollte man ohne Not nicht tun", sagte Merz der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Er hatte zunächst angekündigt, dass er eine Frau als Generalsekretärin an seine Seite holen wolle.

"Mein Team ist der Bundesvorstand"

Die CDU will am 16. Januar nach fast einjähriger Hängepartie einen Nachfolger von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wählen. Anders als sein Gegenkandidat Norbert Röttgen will Merz kein gesondertes Team zur Unterstützung einrichten. "Ich will keine Parallelstrukturen in der Partei, sondern mein Team ist der gewählte Bundesvorstand", sagte Merz. Er informierte am Freitagabend CDU-Mitglieder in einem internen Online-Format über seine Pläne.

Röttgen hatte angekündigt, die rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Ellen Demuth zur Chefstrategin einer gesonderten Lenkungsgruppe zu machen. Außer Merz und Röttgen kandidiert auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für den Parteivorsitz.

Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU | Bildquelle: dpa
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Paul Ziemiak ist seit 2018 Generalsekretär der CDU.

Auch Laschet und Röttgen würden an Ziemiak festhalten

Laschet und Röttgen hatten bereits angekündigt, an dem 35-Jährigen vorerst festhalten zu wollen. In der CDU gilt es als üblich, dass ein neuer Vorsitzender einen selbst ausgewählten Vertrauten auf die Schlüsselposition des Generalsekretärs setzt.

"Wenn wir den Parteitag planmäßig im April 2020 abgehalten hätten, dann hätte ich in der Tat eine Frau als Generalsekretärin vorgeschlagen", sagte Merz. Es stehe der CDU gut an, an dieser Stelle eine Frau zu haben. Ziemiak habe seine Sache bisher aber richtig gut gemacht. "Die ganze Partei ist sehr zufrieden mit ihm. Ich werde ihm vorschlagen, dass er im Amt bleibt als Generalsekretär der CDU." Ziemiak habe den Auftrag des Vorstandes erhalten, die Bundestagswahl so weit wie möglich vorzubereiten. "Die Arbeit macht er, und die soll er im Superwahljahr 2021 fortsetzen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Dezember 2020 um 06:50 Uhr.

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