AfD-Chef Jörg Meuthen beiner Sitzung des Europaparlaments | Bildquelle: dpa

AfD-Richtungsstreit Meuthen nicht zum Delegierten gewählt

Stand: 15.07.2019 14:51 Uhr

AfD-Chef Meuthen ist nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios von seinem Kreisverband nicht zum Delegierten für den Bundesparteitag gewählt worden. Grund soll auch seine Kritik am Auftreten Höckes sein.

Von Martin Schmidt, ARD-Hauptstadtstudio

Jörg Meuthen, Bundessprecher der AfD, ist nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios von seinem Kreisverband am Sonntag nicht zum Delegierten für den Bundesparteitag gewählt worden. Er darf als Co-Chef der AfD am Parteitag Ende November zwar teilnehmen und auch sprechen, wählen darf er den neuen Bundesvorstand selbst dann aber nicht. Im AfD-Kreisverband Ortenau bekam Meuthen sogar mehr Gegenstimmen als Zustimmung.

Kein Kommentar von der Bundespartei

Unter den gewählten Delegierten befinden sich fast ausschließlich Parteimitglieder, die dem rechtsnationalen "Flügel" in der AfD nahestehen. Aus Parteikreisen heißt es, Meuthens Kritik an dem Auftreten von Björn Höcke auf dem Kyffhäuser-Treffen vor gut einer Woche sei auch ein Grund, dass er weniger Stimmen bekommen habe.

Die Mobilisierung der "Flügel"-Anhänger bei der Wahl am Sonntag im Kreisverband Ortenau habe sehr gut funktioniert, sagte der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio. Vor allem die Auseinandersetzung über die Ausrichtung der Partei und der Person Höcke habe dazu beigetragen.

"Die Partei äußert sich dazu nicht", erklärte ein Pressesprecher der Bundespartei auf Anfrage.

Jörg Meuthen, AfD, Bundessprecher, über den Richtungsstreit mit dem Höcke-Flügel
Bericht aus Berlin, 14.07.2019

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Wahl gilt für zwei Jahre

Die Wahl der Parteitagsdelegierten im Ortenaukreis gilt für zwei Jahre. Sollte Jörg Meuthen in dieser Zeit seinen Posten im Bundesvorstand verlieren, kann er nur noch als Besucher an Parteitagen teilnehmen. Ein Rederecht hätte er dann nicht mehr.

Seit längerem gibt es innerhalb der AfD einen Richtungsstreit. Grund dafür war unter anderem die Kampfansage des thüringischen AfD-Vorsitzenden Höcke in Richtung des Bundesvorstandes.

Über dieses Thema berichtete das Erste im Bericht aus Berlin am 14. Juli 2019 um 18:30 Uhr.

Korrespondent

Martin Schmidt, SWR | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo SWR

Martin Schmidt, SWR

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