Blick am Nachmittag durch einen Brückenbogen in die menschenleere Münzgasse in Dresden | Bildquelle: dpa

Sinkende Mobilität Kaum noch Fahrten über 30 Kilometer

Stand: 21.01.2021 13:50 Uhr

Die Deutschen sind in den vergangenen Wochen deutlich weniger unterwegs gewesen als im Vorjahr. Vor allem Reisen von mehr als 30 Kilometer wurden vermieden. Auch nachts blieben die Menschen lieber zu Hause.

Die Menschen in Deutschland bleiben mehr zu Hause und schränken während der Corona-Krise im neuen Jahr ihren Bewegungsradius ein. Nur fünf Prozent aller Reisen in den ersten beiden Januarwochen waren länger als 30 Kilometer, wie aus einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervorgeht.

In der ersten Januarwoche sank die Mobilität um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres. In der zweiten Woche fiel der Rückgang mit 14 Prozent etwas schwächer aus. "Besonders stark war der Mobilitätsrückgang bei Reisen über längere Distanzen", berichteten die Statistiker. Reisen über mehr als 30 Kilometer gingen in der ersten Woche um 37 und in der zweiten Woche um 34 Prozent zurück - und zwar unabhängig vom Corona-Inzidenzwert des jeweiligen Kreises.

Weniger Einschränkungen bei Kurzstrecken

Weniger deutlich war der Rückgang der Mobilität auf kürzeren Strecken zwischen fünf und 30 Kilometern. In der ersten Kalenderwoche wurden hier 26 Prozent weniger Bewegungen als im Januar 2019 verzeichnet und in der zweiten Kalenderwoche 19 Prozent weniger. Insgesamt führten nur rund fünf Prozent aller erfassten Reisen in der ersten Januarhälfte über den Radius von 30 Kilometern hinaus. Etwa 40 Prozent der Bewegungen beschränkten sich auf fünf bis 30 Kilometer. Mit rund 55 Prozent war der Großteil der Reisen kürzer als fünf Kilometer.

Auch nachts waren nur wenige Menschen unterwegs - nächtliche Bewegungen machten nur knapp sieben Prozent der Gesamtmobilität aus. In Bayern und Baden-Württemberg, wo seit Wochen nächtliche Ausgangssperren gelten, sank die Zahl der nächtlichen Bewegungen um knapp die Hälfte. Tagsüber sank die Mobilität am stärksten in Berlin und Hamburg.

Schon über Feiertage weniger Menschen unterwegs

Neben dem Statistischen Bundesamt analysieren auch das Robert-Koch-Institut und die Humboldt-Universität die Mobilitätsveränderungen in der Corona-Pandemie. Damit wird nachverfolgt, wie sich die Corona-Beschränkungen auswirken. Bereits über Weihnachten und Neujahr waren deutlich weniger Menschen unterwegs als im Vorjahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 017. Januar 2021 um 18:20 Uhr.

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