Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg | Bildquelle: dpa

Nach Plagiatsaffäre 2011 Guttenberg hat offenbar neuen Doktortitel

Stand: 13.08.2020 09:24 Uhr

Karl-Theodor zu Guttenberg musste 2011 als Minister zurücktreten, weil er ganze Passagen seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Jetzt hat er offenbar eine neue Promotion vorgelegt - an einer britischen Uni.

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach eigenen Angaben wieder einen Doktortitel. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf seinen Doktorvater darüber berichtet.

"Aus sehr persönlichen Gründen"

Zu Guttenberg hat demnach schon vor einiger Zeit an der britischen Universität Southampton promoviert und trägt nun den Titel PhD (Doctor of Philosophy), die englische Bezeichnung für einen Doktortitel. Auf der Internetseite der Universität findet sich ein entsprechender Eintrag - als Autor ist "Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg, Karl (2018)" angegeben.

Gesprochen habe er bislang darüber mit fast niemandem, sagte zu Guttenberg der Funke Mediengruppe und fügte hinzu:

"Denn promoviert habe ich nicht für die Öffentlichkeit und erst recht nicht für ein politisches Comeback, das ich gewiss nicht mehr anstrebe, sondern alleine aus sehr persönlichen Gründen."

Deshalb wolle er auch nichts mehr dazu sagen, außer dass er sehr dankbar sei, diese zweite Chance bekommen zu haben.

Seine neue Abschlussarbeit reichte Guttenberg den Berichten zufolge bereits 2018 an der Fakultät für Wirtschaft, Recht und Kunst der Southampton Business School ein, die zur Universität gehört. Es handele sich um eine "Analyse vom Wesen, Umfang und Bedeutung des Korrespondenzbankwesens und seiner Anwendung in historischen Präzedenzfällen und ausgewählten Fallstudien".

Mit 37 Jahren Wirtschaftsminister

Guttenberg war 2011 von seinem Ministerposten zurückgetreten, nachdem ihm sein erster Doktortitel von der Universität Bayreuth aberkannt worden war. Die sah es als erwiesen an, dass der einstige Hoffnungsträger der CSU seine juristische Arbeit in zahlreichen Passagen abgeschrieben und vorsätzlich getäuscht hatte. Der Ex-Minister hatte daraufhin seinen Lebensmittelpunkt in die USA verlegt.

Mit der Plagiatsaffäre war Guttenbergs steile politische Karriere zu Ende gegangen. Guttenberg war im Februar 2009 zunächst zum Bundeswirtschaftsminister ernannt worden - mit 37 Jahren der jüngste auf diesem Posten. Nach der Bundestagswahl im September 2009 wechselte er dann an die Spitze des Verteidigungsministeriums.

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