Cafe in Sachsen-Anhalt | Bildquelle: dpa

Corona-Lockerungen Kaum Neuinfektionen in den Landkreisen

Stand: 03.06.2020 16:40 Uhr

Trotz Lockerungen - in den vergangenen sieben Tagen hat in Deutschland kein einziger Landkreis die kritische Marke von 50-Corona-Neuinfektionen überschritten. Die Mehrheit liegt sogar deutlich darunter.

Die allermeisten Landkreise in Deutschland haben in den vergangenen sieben Tagen überhaupt keine oder nur wenige Corona-Neuinfektionen verzeichnet. 343 von mehr als 400 Landkreisen hatten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge maximal fünf neue Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gemeldet.

Nur einzelne Epizentren

Laut RKI-Daten hat nach heutigem Stand kein einziger Landkreis die kritische Marke von 50 Neuinfektionen erreicht. Wird diese Obergrenze überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden. Die meisten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen der thüringische Landkreis Sonneberg. Auch Bremerhaven sowie die Landkreise Coburg und Cuxhaven registrierten verhältnismäßig viele neue Fälle.

Binnen eines Tages meldete das RKI deutschlandweit 342 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182.370 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, 8551 nachweislich mit dem Virus Infizierte sind gestorben. Die geschätzte Zahl von registrierten und noch aktiven Corona-Fällen in Deutschland beträgt derzeit rund 6500, wie unter anderem aus diesen RKI-Zahlen hervorgeht.

R-Wert rutscht unter 1,0

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach aktuellsten RKI-Angaben wieder unter die kritische Marke von 1,0 gerutscht, nämlich auf 0,89 (Datenstand 3.6. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen von etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,20 (Datenstand 1.6. 0.00Uhr) gelegen.

Das RKI hatte bereits am Wochenende erklärt, dass der R-Wert empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen reagiere, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. Insbesondere bei einer insgesamt kleineren Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 3.6. 0.00 Uhr) bei 0,87 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen.

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