Notaufnahme eines Krankenhauses

Umstrittene Reform Ärzte kämpfen für Notaufnahmen

Stand: 05.05.2018 21:32 Uhr

Die Notfallversorgung soll neu geregelt werden. Dadurch wird es wohl weniger Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern geben. Der Marburger Bund kritisiert die Pläne und hofft auf Hilfe der Bundesländer.

Der Marburger Bund hat die Bundesländer aufgefordert, Notaufnahmen an ihren Krankenhäusern trotz neuer, strenger Vorgaben zu erhalten. Auch Menschen in strukturschwachen Gebieten hätten einen Anspruch darauf, im Notfall schnell und gut versorgt zu werden, sagte der Chef der Ärztegewerkschaft, Rudolf Henke, bei der Hauptversammlung in Erfurt.

Grund der Äußerung ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, dem höchsten Entscheidungsgremium im Gesundheitswesen. Das Gremium hatte entschieden, dass etwa 630 Kliniken künftig keine Zuschläge zur Notfallversorgung mehr bekommen, weil sie Mindestvorgaben nicht erfüllten.

Bundesländer sollen Beschluss kippen

Rudolf Henke
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Henke fürchtet Nachteile für Patienten auf dem Land.

Henke kritisierte, der Beschluss vom April dürfe nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit sein. "Die Bundesländer haben es nun ganz maßgeblich in der Hand, den Umfang der stationären Notfallversorgung auch in Zukunft maßgeblich zu bestimmen."

Der Gewerkschaftsvorsitzende griff den Bundesausschuss, ein Gremium aus Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen und unparteiischen Mitgliedern, scharf an. Wolle dieser weiterhin Legitimität beanspruchen, müsse er sich an demokratische Gepflogenheiten halten.

Das Thema dürfte auch auf dem Deutschen Ärztetag diskutiert werden, der am Dienstag in Erfurt beginnt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Mai 2018 um 16:45 Uhr.

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