Hörsaal einer Universität | Bildquelle: dpa

Numerus Clausus in Deutschland Für Hannover braucht es die besten Noten

Stand: 04.07.2018 17:06 Uhr

Eine aktuelle Studie zeigt: Der Anteil der zulassungsbeschränkten Studiengänge in Deutschland ist leicht gesunken - auf etwa 40 Prozent. Oft sind die Hürden in großen Städten besonders hoch.

Der Anteil der Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen an deutschen Hochschulen geht leicht zurück. Im kommenden Wintersemester sind 41,1 Prozent aller Studiengänge mit einem Numerus Clausus (NC) belegt, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) für seinen Numerus-Clausus-Check ermittelt hat. Das ist ein Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 4,4 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren.

Bei den Quoten gibt es deutliche regionale Unterschiede. Besonders hoch ist die Zahl der NC-Fächer weiterhin in den Stadtstaaten. In Berlin (64,8 Prozent) und Hamburg (64,4 Prozent) gelten jeweils für fast zwei Drittel aller Fächer Zulassungsbeschränkungen. In Thüringen können sich angehende Studenten dagegen bei vier von fünf Studiengängen (20,3 Prozent) direkt ohne Blick auf die Abiturnote einschreiben.

Die NC-Quote nach Bundesländern zum WS 2018/2019
BundeslandNC-Quote
Berlin64,8
Hamburg64,4
Saarland60,3
Bremen59,1
Baden-Württemberg58,6
Niedersachsen57,0
Bayern34,3
Nordrhein-Westfalen34,1
Brandenburg33,8
Sachsen33,1
Schleswig-Holstein32,1
Hessen31,4
Sachsen-Anhalt28,5
Rheinland-Pfalz22,6
Mecklenburg-Vorpommern21,1
Thüringen20,3
Quelle: Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Niedrige NC-Quote in Gießen und Dortmund

Unter den größeren Hochschulstädten mit mehr als 30.000 Studierenden hat Hannover mit knapp 70 Prozent die höchste NC-Quote, gefolgt von Karlsruhe und Köln. Dagegen liegt der Anteil etwa in Gießen nur bei 21,8 Prozent und in Dortmund bei 23,3 Prozent.

Studiengänge an Universitäten sind mit 37,4 Prozent zu einem geringeren Anteil mit einem Numerus Clausus belegt als an Fachhochschulen (45,6 Prozent).

Bei den Fächern gibt es ebenfalls große Unterschiede. Bei den Sprach- und Kulturwissenschaften sind 70 Prozent aller Studiengänge ohne NC. Wer aber Jura, Wirtschafts-, Gesellschafts- oder Sozialwissenschaften studieren will, muss bei mehr als der Hälfte der Angebote mit einer Beschränkung rechnen.

Angesichts der deutlichen Unterschiede bei den Zulassungsbeschränkungen rät Studienautor Cort-Denis Hachmeister zur Gelassenheit bei Studieninteressierten: "Wer nicht gerade Medizin, Pharmazie oder Psychologie studieren möchte und beim Studienort oder Hochschultyp flexibel ist, findet in vielen Fällen auch einen gleichwertige Alternative ohne Numerus Clausus."

Die NC-Quote nach Hochschulorten zum WS 2018/2019
StadtNC-Quote
Hannover68,2
Karlsruhe63,8
Köln62,3
Berlin59,9
Hamburg59,4
Bremen58,8
Saarbrücken58,6
München49,4
Frankfurt/Main48,6
Göttingen48,6
Bochum47,3
Freiburg i.Br.44,5
Heidelberg43,9
Leipzig43,8
Münster43,3
Stuttgart38,9
Dresden36,8
Würzburg34,3
Bonn34,0
Düsseldorf33,3
Aachen31,0
Mainz30,4
Regensburg30,1
Bielefeld29,2
Kiel27,5
Darmstadt24,6
Kassel24,1
Dortmund23,3
Gießen21,8
Quelle: Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Über dieses Thema berichtete am 04. Juli 2018 Deutschlandfunk um 14:36 Uhr und B5 aktuell um 18:15 Uhr.

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