Ein Herz als Organspende | Bildquelle: dpa

Rückgang in vergangenen Jahren Zahl der Organspender steigt wieder

Stand: 22.11.2018 16:30 Uhr

Zuletzt ging die Zahl der Organspender in Deutschland zurück. Jetzt wird erstmals wieder eine stärkere Spendenbereitschaft registriert. Grund dafür könnten ausgerechnet die Diskussionen in der Vergangenheit sein.

Nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Organspender wieder gestiegen. Bis Mitte November wurden 832 Spender in Deutschland registriert - mehr als im gesamten Vorjahr, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) auf ihrem Jahreskongress mitteilte.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 797 Spendern Organe entnommen, das war laut Stiftung der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

Auch die Zahl der entnommenen Organe stieg. Im Jahr 2014 lag die Zahl der Organspender insgesamt bei 864, 2015 bei 877 und 2016 bei 857.

Mehr als 2500 Organe gespendet

Bis Oktober konnten in diesem Jahr 2566 Organe aus Deutschland über die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant an schwerkranke Patienten vermittelt werden. Es handelte sich um 1317 Nieren, 245 Herzen, 286 Lungen, 644 Lebern, 72 Bauchspeicheldrüsen und zwei Dünndärme.

Verstärkte Aufmerksamkeit

Als einen der Gründe für den positive Trend vermutet die Organisation die öffentliche Diskussion um die geringen Spenderzahlen. Allein die verstärkte Aufmerksamkeit für das Thema habe vermutlich dazu geführt, "dass Ärzte und Pflegende im Klinikalltag häufiger an die Möglichkeit von Organspenden denken und den Kontakt zu uns aufnehmen", erklärte Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. Auch in der Bevölkerung habe das Thema zu mehr Diskussionen geführt, sodass die Frage nach einer möglichen Organspende für die Angehörigen oft nicht überraschend kam.

Rahmel forderte dennoch, dass die Diskussion um die Widerspruchslösung weitergehen müsse. Bisher dürfen Organe eines Hirntoten in Deutschland nur entnommen werden, wenn dieser zuvor seine Zustimmung erteilt hat. "Die freiwillige Entscheidungslösung wie bisher hat nicht funktioniert", sagt der Mediziner. Eine künftige Lösung solle die Autonomie der Menschen stärken und die Angehörigen einbinden.

Zahl der Organspender steigt erstmals seit Jahren
Daniel Pokraka, ARD Berlin
22.11.2018 19:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. November 2018 um 15:00 Uhr.

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