Briefbomben-Angriffe Ermittler gehen von Serientäter aus

Stand: 19.02.2021 13:59 Uhr

Bei den drei an Lebensmittelfirmen adressierten Paketbomben geht die Polizei von einem Serientäter aus. Das Motiv ist bislang unklar. Die insgesamt vier Verletzten konnten das Krankenhaus inzwischen verlassen.

Nach Explosionen von Postsendungen in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm und bei einem Getränkehersteller in Baden-Württemberg sowie einer abgefangenen explosiven Postsendung an den bayerischen Babynahrungshersteller Hipp gehen die Ermittler von einer Serientat aus.

"Es ist ein Zusammenhang anzunehmen zwischen diesen drei Päckchen", sagte die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz in Stuttgart. Details zu möglichen Verdächtigen, Bekennerschreiben oder weiteren Ermittlungen nannte sie nicht. Landesinnenminister Thomas Strobl sagte "Ich habe schon nach dem zweiten Fall eine Vermutung gehabt und habe sie nach dem dritten Fall auch", sagte er.

Dritter Anschlag vereitelt

Die dritte Sendung an den Babynahrungshersteller Hipp war in der Nacht zum Donnerstag an einem Postverteilzentrum am Münchner Flughafen identifiziert und entschärft worden. Offenbar war sie gemeinsam mit dem Brief und dem Paket für den Getränkehersteller in Eppelheim und die Lidl-Zentrale in Neckarsulm an einer Postannahmestelle abgegeben worden.

Die drei Sendungen trugen fiktive Absender. Ein Bekennerschreiben sei noch nicht eingegangen, könne aber noch kommen, nachdem ein gewisser Druck aufgebaut worden sei, so die Polizei. Bislang liege das Motiv völlig im Dunkeln. Eine Sonderkommission mit 100 Ermittlern untersuche die Fälle und beschäftige sich dabei auch mit ähnlichen früheren Taten. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, sagte Landesinnenminister Strobl.

Alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen

Unterdessen sind alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ein Mitarbeiter des Getränkeherstellers hatte am Dienstag ein Knalltrauma erlitten, als er in der Warenannahme das Paket angenommen hatte. Drei Menschen wurden am Mittwoch beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale verletzt.

Der Lebensmittelverband rief seine Mitglieder zu erhöhter Wachsamkeit auf. "Wir haben sie informiert, auf was bei der Paketannahme geachtet werden muss", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Die Poststellen sollen Sendungen aussortieren, wenn sie keinen bekannten Absender haben, Unebenheiten aufweisen oder ungewöhnlich schwer sind.

Anhaltspunkte könnten laut Polizei auch eine ungewöhnliche Umhüllung oder fettig erscheinende Flecken sein. Ein auffälliger Geruch könne möglicherweise auf die Ausdünstung von Sprengstoff hinweisen.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 Nachrichten am 19. Februar 2021 um 13:00 Uhr.

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