Ein junger Mann schnäuzt sich hinter Birkenblüten. | Bildquelle: dpa

Messroboter im Test Besserer Schutz für Pollenallergiker

Stand: 30.04.2018 12:59 Uhr

Die Natur blüht auf, die Allergiker leiden. Um Betroffene schneller vor Pollenflug warnen zu können, setzt man in Bayern auf Hightech. Roboter fotografieren die Pollen und stellen die Daten ins Internet.

Juckende Augen, permanentes Niesen: Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland gelten als Pollenallergiker. Für sie ist es oft ein Wettlauf gegen die Zeit. Es gibt zwar Mittel, die bei Heuschnupfen helfen, doch es dauert, bis sie richtig wirken.

Die Betroffenen sind deshalb auf Pollenflugvorhersagen angewiesen. Die sind aber meist nur schwer möglich. Bislang werden Pollen noch im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Bis zum Ergebnis der Analyse können Tage vergehen. Mancherorts ist der Pollenflug dann schon wieder vorbei.

Pollenflug in "real-time"

Damit schneller analysiert und gewarnt werden kann, setzt man in Bayern auf Hightech. In Garmisch-Partenkirchen geht der erste Pollenmessroboter in den Testbetrieb. Es ist die erste von geplanten acht Messstationen des "elektronischen Polleninformationsnetzwerks".

Der Roboter fotografiert die Pollen und vermisst die Bilder. Aus den Messwerten - insgesamt 180 Zahlen - bestimmt die Station dann, um welche Pollen es sich handelt. Ab dem kommenden Jahr sollen sich Allergiker dann übers Internet informieren können, welche Pollen in ihrer Region unterwegs sind. Und das im Dreistundentakt.

Eine junge Frau liegt auf einer Wiese in Hamburg und niest in ein Papiertaschentuch. | Bildquelle: dpa
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Welche Pollen sind unterwegs? In Bayern sollen Betroffenen das künftig übers Internet erfahren - und das im Dreistundentakt.

Roboter als Diagnosehelfer

Bisher ist die Diagnose bei Allergien kompliziert. Die Pollenmessroboter sollen Betroffenen künftig bei der Bestimmung möglicher Allergien helfen, sagen die Entwickler. Der Roboter sagt, welche Pollen unterwegs sind - der Betroffene kann dem Arzt sagen, ob er darauf reagiert.

Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hält große Stücke auf das neue System - und hofft auf eine Verbesserung der Pollenflugvorhersagen. Die bisherigen Vorhersagen, heißt es von der Behörde, seien mit der Symptomatik der Betroffenen häufig nicht in Einklang zu bringen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. April 2018 um 11:00 Uhr.

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