Prozessbeginn zum Messerangriff auf den Bürgermeister von Altena | Bildquelle: dpa

Angriff gegen Bürgermeister Angeklagter von Altena bestreitet Mordabsicht

Stand: 22.05.2018 11:31 Uhr

  • Staatsanwalt klagt wegen versuchten Mordes an
  • Verteidiger verliest Erklärung des Angeklagten
  • Erster Prozess-Tag nach knapp 30 Minuten beendet

Ist Altenas Bürgermeister aus Fremdenhass mit einem Messer angegriffen worden? Vor dem Hagener Landgericht ist am Dienstag (22.05.2018) ein 56-jähriger Einheimischer wegen versuchten Mordes aus niedrigen Beweggründen, gefährliche Körperverletzung und Bedrohung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm heute vor, er habe versucht, den Bürgermeister mit einem Messer zu ermorden.

In einer Erklärung, die der Verteidiger des Angeklagten vorlas, gab der arbeitslose Maurer die Messerattacke zu. Er bestritt aber, dass er Andreas Hollstein töten wollte und sagte, die Tat täte ihm Leid.

Angeklagter will spontan gehandelt haben

Prozess um Messer-Attentat auf Altenas Bürgermeister
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Viele Journalisten und Kamerateams verfolgten den Prozessauftakt

Für den ersten Prozesstag war eine längere Befragung des Angeklagten vorgesehen. Da er aber nur die Erklärung von seinem Verteidiger vorlesen ließ und sich weiter nicht äußern wollte, war der erste Prozesstag bereits nach knapp einer halben Stunde beendet.

Über seinen Anwalt erklärte der Angeklagte, er habe spontan gehandelt und Hollstein zeigen wollen, wie es ist, "wenn einem das Wasser bis zum Hals steht". Politische Motive habe er nicht gehabt.

  • Altena: Das Leben des Bürgermeisters nach dem Anschlag

Staatsanwaltschaft: fremdenfeindliches Motiv

Bürgermeister Andreas Hollstein wird wahrscheinlich am zweiten Verhandlungstag schildern, wie er den Abend des 27. November 2017 in dem Döner-Imbiss in Altena erlebt hat. Laut Anklage attackierte der mutmaßliche Täter den Bürgermeister mit den Worten: "Ich stech' dich ab. Du lässt mich verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt".

Die Besitzer des Imbisses konnten den Angreifer von weiteren Attacken zurückhalten, bis die Polizei kam.

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Das Attentat auf den Bürgermeister wird von der Staatsanwaltschaft als fremdenfeindliche Reaktion auf das politische Engagement des CDU-Politikers gewertet.

Die Tat hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Viele prominente Politiker, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten Altenas Bürgermeister Mut zugesprochen.

Integrationspreise für Altena

Die sauerländische Kleinstadt Altena verliert seit Jahren Einwohner, es gibt viele Leerstände. Auch deshalb hatte sich der Bürgermeister 2015 bereit erklärt, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als der Stadt normalerweise zugeteilt worden wären. Altena wurde in der Folge mit verschiedenen Integrationspreisen ausgezeichnet.

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