Regierungsflugzeug auf Flughafen Köln-Bonn | Bildquelle: dpa

Streit um Flugbereitschaft Grüne kritisieren Leerflüge

Stand: 19.02.2019 11:47 Uhr

Die Flugbereitschaft der Bundesregierung ist in Köln-Bonn, von da aus müssen die Regierungsmaschinen nach Berlin starten. Allein im vergangenen Jahr gab es dadurch 800 Leerflüge. Zu viel, kritisieren die Grünen.

Von Evi Seibert, ARD-Hauptstadtstudio

Die Flugzeuge, die die Kanzlerin und andere Regierungsmitglieder transportieren sollen, haben in den letzten Monaten viele Schlagzeilen gemacht. Nicht nur durch technische Pannen, sondern auch, weil keine Ersatzflugzeuge bereitstanden.

Jetzt liegt dem ARD-Hauptstadtstudio dazu eine kleine Anfrage der Grünen vor. Der Verteidigungsexperte Tobias Lindner (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, welche Auswirkungen es hat, dass alle Maschinen der Flugbereitschaft samt Crews immer noch in Köln/Bonn stationiert sind, auch wenn die Minister fast immer ab Berlin fliegen.

CO2-Emissionen und Crew-Unterbringung

Das Ergebnis nennt der Grüne "ein bedrückendes Bild". Allein im letzten Jahr seien mehr als 800 sogenannte Bereitstellungsflüge durchgeführt worden. Dabei wurde nur die Besatzung aus dem Rheinland nach Berlin geflogen wurde, um dort die eigentliche Reise zu beginnen. Das habe in den letzten drei Jahren CO2-Emissionen von 4000 Tonnen pro Jahr verursacht, man bräuchte 340.000 Bäume, um diese Menge CO2 einzusparen, so Lindner. Außerdem koste die Unterbringung der Crew in Berlin im Monat rund 26.000 Euro. Geld, das der Steuerzahler aufbringen müsse.

Lindner: "Flugbereitschaft zügig nach Berlin"

Lindner forderte, die Flugbereitschaft zügig nach Berlin zu verlegen. Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, die neue Basis auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen zu bauen. Durch die Verzögerung des Baus kommt auch dieses Projekt nicht voran. Lindner machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Airlines Germania oder Air Berlin vorübergehend genutzt werden könnten. So könnten wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin verlegt werden.

Regierungsflugzeug auf Flughafen Berlin Tegel | Bildquelle: dpa
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Die Grünen fordern, die Flugbereitschaft zügig nach Berlin zu verlegen.

Zu den technischen Defekten der Regierungsflieger sagte Lindner: Es sei erstaunlich, dass auch die relativ neuen kleineren Flugzeuge viele Pannen hatten. So sei die Maschine Global 5000 allein in den letzten drei Jahren zwölf Mal ausgefallen. Bei den "Kanzler-Airbussen", den A340, müsse man prüfen, ob die Wartung, die Verträge und Leistungen funktionierten. Auch die Grünen als Opposition hätten Interesse daran, dass die Regierung arbeitsfähig sei.

Kauf von drei neuen Airbus 350?

Das Verteidigungsministerium plant angeblich den Kauf von drei neuen Airbus 350 direkt vom Hersteller. Allerdings müssen diese Maschinen für den Einsatz als Regierungsflieger umgebaut werden und könnten daher erst ab 2022 einsatzbereit sein.

Pannenflieger der Regierung fliegen zu oft leer
Evi Seibert, ARD Berlin
19.02.2019 11:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Februar 2019 um 10:12 Uhr.

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