Corona-Krise Merkel für "kurzen, einheitlichen Lockdown"

Stand: 07.04.2021 12:54 Uhr

Angesichts der hohen Infektionszahlen plädiert Kanzlerin Merkel für kurze, aber verschärfte Einschränkungen. Das sagte eine Regierungssprecherin. Auch CSU-Chef Söder sprach sich für einen einheitlichen Lockdown aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert für kurze, aber verschärfte Einschränkungen angesichts der Infektionslage. "Jede Forderung nach einem kurzen, einheitlichen Lockdown ist richtig", sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin auf eine Frage zur Position der Kanzlerin. "Auch ein gemeinsames bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier wichtig", erklärte sie weiter. "Die Vielfalt der beschlossenen Regeln trägt im Moment nicht zur Sicherheit und zur Akzeptanz bei." 

Viele Intensivbetten belegt

Die Infektionszahlen seien zwar wegen der Ostertage nicht verlässlich. Die wachsende Zahl der belegten Intensivbetten spreche aber eine klare Sprache. "Wir brauchen eine stabile Inzidenz unter 100", sagte sie mit Blick auf die Zahl der Fälle über sieben Tage pro 100.000 Einwohner.

Für vorgezogene Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin, die CDU-Chef Armin Laschet vorgeschlagen hatte, gibt es nach ihren Worten im Moment aber "erkennbar keine Mehrheit". Die nächsten Beratungen der Kanzlerin mit den Länderchefs sind für Montag geplant.

Söder: "Kurz und konsequent"

Unterstützung kam aus Bayern. Ministerpräsident Markus Söder sagte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF: "Ich könnte mir einen kurzen konsequenten Lockdown gut vorstellen. Der macht aber nur dann Sinn, wenn alle mitmachen." Derzeit würden zu viele Länder nicht mitziehen. Er warnte vor einem "Öffnungsblindflug und erklärte: "Je weniger konsequent wir sind, desto länger wird es dauern." Er sei überzeugter Föderalist, aber in der Pandemiebekämpfung seien bundeseinheitliche Regelungen deutlich besser.

In seinem eigenen Bundesland geht er bereits einen strengeren Weg: Bayern verschiebt angesichts der Pandemie-Lage alle Öffnungsschritte um zwei Wochen. "Auch die Modellregionen werden verschoben, nochmal zwei Wochen", sagt Söder. Testen alleine sei keine Lösung, betonte er. "Wir müssen impfen, was das Zeug hält."

Laschet verteidigt Vorstoß

NRW-Ministerpräsident Laschet sieht sich - trotz deutlicher Kritik - dadurch bestätigt. Seine Idee liege "auf dem Tisch", nun lade er "alle anderen ein zu sagen, welche Ideen sie denn haben". Für "bundeseinheitliche Antworten" wäre ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in dieser Woche seiner Meinung nach gut gewesen. Wenn dies "nicht gewünscht ist, dann müssen wir halt bis zum Montag warten".

Ärzte für harten Lockdown

Mediziner fordern schon seit Langem deutlich schärfere Beschränkungen. So nannte die Vorsitzende des Verbands der Amtsärzte, Ute Teichert, Laschets Vorschläge unpräzise - und forderte zugleich eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. "Wir brauchen einen kurzen, harten Lockdown", sagte die Medizinerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das "ewige Hin und Her zwischen Öffnen und Schließen" müsse beendet werden.

Nötig sei in Deutschland aber "mehr Einheitlichkeit bei den Maßnahmen", betonte Teichert. Derzeit gälten in den Regionen so viele unterschiedliche Regeln, "dass die Menschen davon verwirrt und müde werden".

Merkel, Laschet und Söder wollen verschärften Lockdown
Birthe Sönnichsen, ARD Berlin
07.04.2021 16:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. April 2021 um 12:00 Uhr.

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