Bundesarbeitsminister Hubertus Heil | Bildquelle: dpa

Heil verteidigt Rentenpläne "Was wäre denn die Alternative?"

Stand: 14.07.2018 12:47 Uhr

Zu teuer, zu Lasten der jüngeren Generation: Die Kritik am Rentenpaket der Koalition ist groß. Arbeitsminister Heil weist sie zurück und beruhigt: Die Koalition habe die Stabilität der Beiträge "im Blick".

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wehrt sich gegen Vorwürfe, mit seinem Rentenpaket belaste er die jüngere Generation mit zu hohen Kosten. Heil sprach gegenüber dem Sender "Bayern 2" von einem "vernünftigen Weg" und stellte die rhetorische Frage nach einer Alternative: "Dass wir das Rentenniveau absinken lassen? Dass wir die Beiträge explodieren lassen?" Im Alter abgesichert zu sein, sei ein "Kernversprechen", das allen Generationen etwas wert sein solle.

Die Koalition habe die Beitragssatzstabilität "im Blick". Deshalb werde die Beitragsbelastung nicht über 20 Prozent steigen.

Kritik am Rentenpaket und der Belastung der jüngeren Generation | Bildquelle: dpa
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Wird der jungen Generation durch das Rentenpaket zu viel aufgebürdet? Die wirtschaftsfreundliche "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" sieht es so.

Was die Koalition vorhat

Heil hatte das Rentenpaket am Freitag vorgestellt. Es enthält neben der Ausweitung der Mütterrente Verbesserungen für krankheitsbedingte Frührentner sowie eine sogenannte doppelte Haltelinie für Rentenniveau und Beitragssatz. Eine "Niveausicherungsklausel" soll bis 2025 ein Rentenniveau von mindestens 48 Prozent sicherstellen, bezogen auf einen Durchschnittslohn. Zudem werden Geringverdiener bei den Sozialabgaben ohne Einbußen beim Rentenanspruch entlastet.

Durch die Pläne der großen Koalition entstehen der gesetzlichen Rentenversicherung Mehrausgaben und Mindereinnahmen bis 2025 in Höhe von fast 32 Milliarden Euro. Finanziert werden die vorgesehenen Leistungsausweitungen zu zwei Dritteln von den Beitragszahlern.

Einwände aus München

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, kritisierte die Pläne und sagte ein Loch in der Rentenkasse voraus. Entweder müsse künftig die Lebensarbeitszeit noch mehr als bisher geplant verlängert werden, oder die Steuerzahler müssten mehr als heute in die Rentenkasse einzahlen, sagte er der "Nordwestzeitung" in Oldenburg. "Die Politik sollte offenlegen, wie sie das Loch in der Rentenkasse stopfen möchte", sagte Fuest.

Die geplante Mütterrente sei "eindeutig keine Maßnahme gegen Altersarmut, sondern eine Umverteilung zugunsten von Müttern und zulasten von Beitragszahlern und Steuerzahlern", bemängelte Fuest in der "Passauer Neuen Presse".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juli 2018 um 12:00 Uhr.

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