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Terror-Verdacht Frau des Rizin-Bombenbauers festgenommen

Stand: 24.07.2018 13:31 Uhr

Nach dem Fund von Rizin zum Bombenbau ist nun auch die Frau des Verdächtigen im Visier der Ermittler: Sie soll beim Beschaffen der Mittel geholfen haben. An einer Ausreise nach Syrien waren sie offenbar zuvor gescheitert.

Im Fall des möglicherweise vereitelten Rizinanschlags hat die Bundesanwaltschaft die Ehefrau des inhaftierten Tunesiers aus Köln festnehmen lassen. Yasmin H. steht im Verdacht, ihrem Ehemann Sief Allah H. in drei Fällen bei der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat Hilfe geleistet zu haben, teilte die Behörde mit. Außerdem soll sie bei der Herstellung biologischer Waffen geholfen haben.

Ihr Ehemann, der damals 29-jährige Tunesier H., war am 12. Juni in einem Wohnhaus in Köln-Chorweiler festgenommen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hatte er 84,3 Milligramm hochgiftiges Rizin hergestellt. Zudem fanden die Ermittler bei ihm 3150 Rizinussamen.

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Ein Feuerwehrmann trägt vor dem Wohnkomplex Osloerstr. 3 in Köln-Chorweiler eine Tonne mit einer möglicherweise toxischen Substanz heraus. Das Rizin wurde im Juni gefunden.

Kontakt zu Pyrotechnik?

Nach Erkenntnissen der Strafverfolger stand er im Herbst 2017 über soziale Medien in Kontakt mit IS-Mitgliedern in Syrien. Diese sollen ihm vorgeschlagen haben, in Deutschland einen Anschlag zu verüben. In der Folge informierte sich Sief Allah H. laut den Ermittlern über explosive Stoffe aus Polen. Mitte Oktober 2017 reiste er demnach zu einer Pyrotech-Firma ins polnische Slubice - eine Reise, die von Yasmin H. organisiert worden sein soll. Außerdem soll die Ehefrau später wegen einer Bestellung den Kontakt zu der Pyrotechnikfirma gehalten haben.

Seine Ehefrau soll ihm zumindest für einige der Bestellungen ihr Konto bei einem Internetversandhändler und ihr Paypal-Konto zur Verfügung gestellt haben. Auch half sie demnach bei der Abwicklung der Lieferung von tausend Rizinussamen. Die später bei ihm gefundenen 84,3 Millligramm Rizin stellte der Tunesier den Ermittlungen zufolge Ende Mai dieses Jahres her. Um die Wirksamkeit des Rizins zu testen, soll das Ehepaar in einer Kölner Zoohandlung einen Zwerghamster gekauft haben. Geplant war demnach, das Rizin zu Testzwecken auf das Tier aufzutragen.

Ausreise geplant?

Laut Bundesanwaltschaft sollen Yasmin und Sief Allah H. auch den Wunsch gehabt haben, nach Syrien auszureisen und sich dort der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen. Vor diesem Hintergrund nahm Yasmin H. demnach Kontakt zu nicht näher identifizierten Personen auf, die dem Ehepaar auf ihrem Weg zum IS behilflich sein sollten.

Da Yasmin H. wegen ihrer Kinder aus einer früheren Ehe eine Ausreise zunächst nicht möglich war, buchte sie laut Bundesanwaltschaft nur für ihren Ehemann für Ende August 2017 einen Flug von Köln nach Istanbul. Nachdem die Weiterreise des Tunesiers in der Türkei scheiterte, buchte sie demnach für Mitte September einen zweiten Flug nach Istanbul. Allerdings scheiterte auch dieses Mal die Weiterreise von Sief Allah H. nach Syrien in der Türkei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juli 2018 um 11:00 Uhr.

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