Schwere Corona-Verläufe Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko

Stand: 24.02.2021 16:49 Uhr

In Deutschland sind laut einer RKI-Studie mehr als die Hälfte der Menschen ab 15 Jahren der Gefahr einer schweren Corona-Erkrankung ausgesetzt. Die Risiken sind jedoch ungleich verteilt: Neben Vorerkrankungen und Alter spielt auch die Bildung eine Rolle.

Vor allem wegen höheren Alters und Vorerkrankungen ist mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 15 Jahre der Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe zuzurechnen. Das geht aus einer Studie des Robert Koch-Instituts hervor. Die Wissenschaftler gehen von 36,5 Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko aus, davon sehen sie 21,6 Millionen Menschen als Hochrisikogruppe.

Ein stark erhöhtes Risiko haben demnach Menschen im Alter über 65 sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, chronischen Nierenbeschwerden und Adipositas.

Etwa 15 Millionen Menschen haben ein leicht erhöhten Risiko für einen schweren Corona-Verlauf - darunter Betroffene mit Bluthochdruck, Asthma sowie Herzinfarkt und Schlaganfall oder chronischen Folgebeschwerden. Die Risikogruppe insgesamt umfasse damit 36,5 Millionen Menschen in Deutschland ab 15 Jahre - fast 52 Prozent der Bevölkerung. Als Hauptrisikofaktor gelte mittlerweile ein höheres Lebensalter.

Große regionale Unterschiede

Die Autoren legten zugleich große sozioökonomische und regionale Unterschiede offen. Während 69,8 % der Personen mit geringer Bildung der Risikogruppe in Deutschland zuzurechnen sind, gilt dies für 45,1 % der Personen mit mittlerer und 40,9 % der Personen mit hoher Bildung. Der Anteil der Personen in der Hochrisikogruppe liegt unter Personen mit geringer Bildung mit 49,2 % mehr als 25 Prozentpunkte höher als unter Personen mit mittlerer (21,9 %) oder hoher Bildung (23,9 %).

Regional betrachtet leben im Saarland und in den ostdeutschen Bundesländern anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhten Risiko. Die Studie basiert laut RKI auf einer telefonischen Befragung von 23.001 Menschen im Zeitraum von April 2019 bis Oktober 2020.


Anmerkung: In einer vorigen Version des Textes hieß es, dass unter den Menschen mit geringer Bildung 49,2 Prozent in die Hochrisikogruppe fielen, bei Menschen mit mittlerem Bildungsgrad 21,9 Prozent und bei höherer Bildung 23,9 Prozent. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Werten um die Anteile der Bildungsschichten innerhalb der Hochrisikogruppe. Wir haben den Text korrigiert.

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