Karl Lauterbach | Bildquelle: dpa

11.176 Neuinfektionen Lauterbach ruft zu Kontaktbeschränkungen auf

Stand: 25.10.2020 18:41 Uhr

Die Neuinfektionszahlen sind weiterhin hoch - SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält inzwischen einen neuen Lockdown für wahrscheinlich. Das RKI meldete 11.176 Neuinfektionen - zehn Infizierte stecken durchschnittlich 14 weitere Menschen an.

Angesichts anhaltend hoher Neuinfektionszahlen hält der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen erneuten Lockdown binnen Wochen für wahrscheinlich. "Wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag". Jeder Kontakt, egal wo, könne kontaminiert sein. "Es reicht allein nicht mehr, nur vorsichtig zu sein und die AHA+L-Regeln einzuhalten."

Der SPD-Politiker forderte, die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, auszuweiten. Außerdem schlug er geteilte Klassen in den Schulen vor. "Wenn wir nicht wollen, dass die Schulen mit regelmäßigem Schulausfall auch noch zu Hotspots werden, sollten die Schulklassen jetzt aufgeteilt werden in Vormittags- und Nachmittagsunterricht."

Lauterbach kritisierte die von Bund und Ländern getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie als unzureichend. "Die Einschränkungen, die jetzt beschlossen wurden, reichen leider nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen im Dezember zu verhindern. Da müssen wir nachjustieren."

Sein Parteikollege Stephan Weil wies im Bericht aus Berlin darauf hin, dass man alles tue, um den zweiten Shutdown zu verhindern. Für den niedersächsischen Ministerpräsidenten hängt alles an der Frage, "ob wir die Kurve in den Griff bekommen".

"Die Frage der Besucherregulierung stellt ein echtes Dilemma für Pflegeheime dar"
Bericht aus Berlin, 25.10.2020

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11.176 neue Fälle

Das Robert Koch-Institut (RKI) teilte am Sonntagmorgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mit, innerhalb von 24 Stunden seien 11.176 neue Infektionsfälle registriert worden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger als unter der Woche, weil am Wochenende weniger getestet wird und die Gesundheitsämter häufig nicht alle Daten übermitteln.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland verzeichneten Ansteckungsfälle stieg damit auf 429.181. Am Vortag hatte das RKI mit 14.714 Fällen die bisherige Höchstzahl von Neuinfektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie bekanntgegeben. Allerdings waren darin auch Fälle enthalten gewesen, die bereits am Donnerstag registriert, aufgrund technischer Probleme aber erst am Freitag dem RKI nachgemeldet worden waren.

Die Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland liegen seit Tagen deutlich über den bisherigen Höchstständen vom Frühjahr. Allerdings sind die Zahlen schwer vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr auf das Virus getestet wird als damals. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg mittlerweile auf 10.032, wie das RKI ebenfalls mitteilte. Dies sind 29 Verstorbene mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag dem Institut zufolge bei etwa 317.100.

Bundesweite Inzidenz bei 74,9

Die bundesweite Inzidenz stieg nach RKI-Angaben auf 74,9 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Samstag hatte der Wert noch bei 68,4 gelegen.

Die höchsten Werte unter den Bundesländern hatten am Sonntag Berlin (119,6), Bremen (114,9), Hessen (104,1), Nordrhein-Westfalen (96,0), Bayern (79,6) und das Saarland (90,7) - die niedrigsten hatten Mecklenburg-Vorpommern mit 26,8 und Sachsen-Anhalt mit 28,4.

Zehn Infizierte stecken 14 weitere Menschen an

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,36 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Samstag bei 1,38 (Vortag: 1,30). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 25. Oktober 2020 um 11:00 Uhr.

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