Verkehrsminister Andreas Scheuer | Bildquelle: dpa

Brenner-Nordzulauf der Bahn Fünf mögliche Trassen - und viel Kritik

Stand: 01.07.2019 20:45 Uhr

Mehr Güter auf der Schiene, weniger Lastwagen auf der Brennerroute: Die Bahn will im Inntal eine neue Trasse bauen - und hat dafür fünf mögliche Strecken zur Auswahl gestellt. Die Anwohner protestieren.

Die Deutsche Bahn hat Pläne für einen Neubau der Trasse im Inntal im Süden Bayerns vorgestellt. Die neue Strecke soll die Kapazitäten zum Brennerbasistunnel erweitern, der ab etwa 2028 mehr Güter auf die Schiene bringen und die Brennerroute vom Lastwagenverkehr entlasten soll.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte bei der Präsentation des geplanten Brenner-Nordzulaufs, es müsse den Anliegen in der Region Rechnung getragen werden. Es gehe aber auch darum, Güterverkehr auf die Schiene zu bringen und internationale Verpflichtungen zu erfüllen.

Fünf Vorschläge legte die Bahn für den Trassenverlauf vor. Zwei verlaufen östlich von Rosenheim und knüpfen bei Niederaudorf an die bestehende Strecke im Inntal an. Sie unterscheiden sich im Süden Rosenheims durch die Tunnelanteile. Die Strecke mit den meisten Tunnelanteilen erhält von der Politik die meisten Sympathien.

Die drei weiteren Varianten liegen westlich von Rosenheim und bieten laut Bahn mehrere Verknüpfungsmöglichkeiten mit der bisherigen Strecke.

Bürgerinitiativen gegen neue Bahntrassen über die Alpen
tagesthemen 22:30 Uhr, 01.07.2019, Jannick Pentz, BR

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Internationale Verpflichtungen

Das Projekt ruft bei der Bevölkerung Kritik hervor. Scheuer bekam bei der Präsentation in Rosenheim den Ärger der Anwohner zu spüren. Die geplante viergleisige Strecke verschandele die Landschaft und verursache zusätzlichen Lärm, sagen Kritiker des Projekts.

In 17 Bürgerinitiativen sind die Gegner der neuen Inntalbahn organisiert. Sie halten die bestehende zweigleisige Strecke für ausreichend und eine Neubaustrecke für überflüssig. Dem Verkehrsministerium werfen sie vor, mit geschönten Zahlen zu arbeiten.

Die Grafik zeigt die möglichen Verläufe der umstrittenen Neubaustrecke im Inntal | Bildquelle: dpa
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Die geplante Trasse durchs bayerische Inntal bei Rosenheim ist umstritten. Kritiker bemängeln, dass die viergleisige Strecke die Landschaft verschandele und zusätzlichen Lärm verursache. Fünf Trassenführungen sind in der engeren Auswahl.

Diskussion mit der Bevölkerung

Die Bahn sieht keine Alternative zum Neubau der Trassen. Ein möglicher Ausbau der bestehenden Strecke sei geprüft worden. "Und die klare Antwort: Nein, das ist es nicht", sagte der Projektleiter der Bahn, Torsten Gruber.

Nun will die Bahn ihre neuen Pläne für den sogenannten Brenner-Nordzulauf mit der Bevölkerung diskutieren. Vom 4. Juli bis 5. August werde es 16 Informationsausstellungen zu der geplanten Neubaustrecke vom Tiroler Inntal bis München geben, so die Bahnvertreter. Die Bevölkerung sei eingeladen. 

Sendungsbild
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Der sogenannte Brenner-Nordzulauf ist Teil eines internationalen Verkehrsprojekts. Um den Güterverkehr durch die Alpen zu beschleunigen, ist südlich von Innsbruck bereits der Brennerbasistunnel in Bau.

Für die Zufahrt aus Richtung Norden haben die Österreicher ihre Bahnstrecken zum Teil schon ausgebaut.

Angesichts des steigenden Lkw-Verkehrs warten sie darauf, dass Deutschland mit den Planungen zwischen Rosenheim und Kufstein vorankommt.

Konflikt zwischen Bayern und Tirol

Die fünf möglichen Trassenführungen sollen nach Angaben der Bahn in den kommenden eineinhalb Jahren vertieft geplant werden. Mit der baulichen Umsetzung sei nach den Erfahrungen aus anderen Projekten frühestens in den 2030er-Jahren zu rechnen. Nach Schätzungen könnte die Neubaustrecke auf deutscher Seite frühestens 2038 fertig sein - also zehn Jahre nachdem der Brenner-Basistunnel fertig werden soll. Bis dahin müsste also die bestehende Strecke ausreichen.

Ziel des von der Europäischen Union forcierten Ausbaus ist, mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Die derzeitige Verkehrssituation verschärft den Konflikt zwischen den Nachbarländern. So gibt es seit Kurzem einen offenen Streit zwischen Bayern und dem österreichischen Bundesland Tirol.

Tirol geht unter Androhung von Strafen gegen Autofahrer aus Deutschland vor, die von den viel befahrenen Autobahnen auf die Landstraßen ausweichen. Darüber hinaus führte die Tiroler Landesregierung für Lkw auf den Brennerstrecken eine Blockabfertigung ein, die den Lastwagenfahrern Zeit kostet, die Strecke aber entlasten soll. "Die Belastungsgrenze für Mensch, Natur und Infrastruktur in unserem Land ist überschritten", sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Juli 2019 um 22:30 Uhr.

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