Eine Flotte von Polizeiwagen. | Bildquelle: dpa

Schleuser-Kriminalität Razzien in drei Bundesländern

Stand: 24.09.2020 21:38 Uhr

Innerhalb von zwei Tagen fanden in mehreren Regionen Deutschlands Razzien statt. Zahlreiche Räumlichkeiten wurden durchsucht, Beweise gesichert, Haftbefehle vollzogen. Dabei haben die Ermittler einen mutmaßlichen Schleuserring aufgehoben.

Mit Razzien in mehreren Bundesländern haben die Ermittlungsbehörden nach eigenen Angaben einen Schleuserring ausgehoben. Dieser steht im Verdacht, Ukrainer unter falschen Angaben an deutsche Unternehmen vermittelt zu haben. Die Ermittler gingen derzeit von 20 Beschuldigten aus, teilte die Staatsanwaltschaft Augsburg mit.

Durchsuchungen in drei Bundesländern

In enger Zusammenarbeit mit den Ermittlungsgruppen von Zoll und Bundespolizei seien ab Mittwoch 30 Objekte in Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein durchsucht worden. In drei Fällen seien Haftbefehle vollzogen worden. Es sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden.

Darüber hinaus hätten die Beamten Vermögen im Wert von 2,6 Millionen Euro sowie zwei hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt. Rund 500 Einsatzkräfte waren beteiligt.

Schwerpunkt der Razzien seien die Stadt und der Landkreis Augsburg sowie die Landkreise Günzburg, Unterallgäu und Aichach-Friedberg, Berlin und der Kreis Rendsburg-Eckernförde gewesen. Die bei den Razzien angetroffenen Menschen würden überprüft.

Bei ersten Überprüfungen seien bereits zahlreiche Verstöße gegen das Arbeits- und Aufenthaltsrecht festgestellt und entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, so die Staatsanwaltschaft.

Umfangreiche Ermittlungen seit Ende 2019

Es bestehe der dringende Verdacht, dass ukrainische Arbeitskräfte unter Vortäuschung falscher Angaben an Arbeitgeber in Deutschland vermittelt worden seien. Sie waren sie als studentische Aushilfen oder mit gefälschten Dokumenten als EU-Bürger getarnt. In der Folge wurden sie nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet.

Bei der Staatsanwaltschaft Augsburg ist den Angaben zufolge seit Ende 2019 ein umfangreicher Verfahrenskomplex gegen die Beschuldigten anhängig wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.

Schleuser-Kriminalität: Großrazzien in drei Bundesländern
Cornelia Müller, MDR
25.09.2020 06:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. September 2020 um 21:30 Uhr.

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