Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hält einen schriftlichen Entwurf des Corona-Hilfspaketes in die Luft. | Bildquelle: dpa

Olaf Scholz im Porträt Der Hanseat mit der Bazooka

Stand: 10.08.2020 17:03 Uhr

Er ist ein Freund der Lakonie und stellt sich selbst gerne als zupackend dar: Seit der Corona-Krise ist Olaf Scholz einer der beliebtesten Politiker Deutschlands. Jetzt will er für die SPD ins Kanzleramt.

Von Lothar Lenz, ARD-Hauptstadtstudio

Er gilt als begabter Redner - aber lieber mag es Olaf Scholz lakonisch: "Es geht ums Arbeitmachen und nicht um Eitelkeiten", pflegte der Bundesfinanzminister bis zuletzt zu antworten, wenn er nach seiner möglichen Kanzlerkandidatur gefragt wurde. Der gebürtige Osnabrücker Scholz verbrachte große Teile seiner politischen Laufbahn in Hamburg - als Innensenator, Chef der Landes-SPD, Erster Bürgermeister. Scholz ist Hanseat durch und durch. 

"So geht das miteinander, das kriegen wir schon hin", ist noch so eine seiner Formulierungen, die meistens Zuversicht und das Gegenteil von politischer Aufgeregtheit verbreiten. Als die Bundeskanzlerin wegen Corona-Verdachts in Quarantäne musste, leitete Scholz die Kabinettssitzung und schaltete Angela Merkel per Telefon zu. Wie sie aussehe, so sagte er, das wisse man ja im Kabinett.

SPD nominiert Finanzminister Scholz zum Kanzlerkandidaten
tagesthemen 22:30 Uhr, 10.08.2020, Thomas Kreutzmann, ARD Berlin

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Zunehmende Beliebtheit dank Krisenmanagement

In der Corona-Krise wurde Scholz zum drittbeliebtesten Politiker in Deutschland - hinter Angela Merkel und Jens Spahn. Als Finanzminister machte er in diesem Jahr Rekordschulden, um die Wirtschaft in der Rezession zu stützen. "Alle Waffen auf den Tisch", sprach der Befürworter eines starken, handlungsfähigen Staates. Und weil das Bild gut ankam bei den Berliner Journalisten, blieb Scholz gleich dabei: "Das ist die Bazooka, mit der wir das Notwendige jetzt tun. Was wir dann noch an Kleinwaffen brauchen, das gucken wir später." 

Olaf Scholz kam, wie so viele, als Jungsozialist zur SPD. Die radikal-linken Ideen aus der Gymnasialzeit warf er später über Bord. Heute gilt er in der Partei eher als Konservativer. Wohl auch deshalb unterlag Scholz letztes Jahr bei der Wahl zum SPD-Bundesvorsitz. Mit Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken setzten sich die Kritiker der Großen Koalition durch. Scholz nahm es - wie so oft - gelassen. Als ahne er, dass seine Stunde noch kommt.

Solidarität als oberstes Gebot

Sein Credo ist es, solidarisch zu sein - in der Partei wie auch in der gesamten Gesellschaft. Die Corona-Pandemie sieht der Sozialdemokrat Scholz deshalb als große Bewährungsprobe für staatliches Handeln. "Es zeigt übrigens auch, dass Politikmodelle falsch sind, die der Devise folgen, dass jeder am besten alleine zurechtkommt", sagte er.

Darf der Staat dann - im Wertesystem von Olaf Scholz - eine gewisse Dankbarkeit oder Demut derer erwarten, denen er hilft? Jedenfalls klang es so, als er feststellte: "Das hat mir nach der letzten Bankenkrise nicht gefallen, dass, kurz nachdem mit Steuergeldern Banken gerettet wurden, alle wieder so taten, als ob sie ganz alleine auf der Welt wären und ohne staatliche Hilfe zurechtgekommen wären. Das stimmte nicht. Und ich hoffe, diesmal wird die Lehre aus der Krise klarer sein: Ohne Solidarität geht nichts."

Große Koalition ist ausgeschlossen

Es sind die Worte eines Sozialdemokraten. Aber mit wessen Hilfe will Olaf Scholz ins oberste Regierungsamt gelangen? Seine SPD hat sich jetzt einem rot-rot-grünen Bündnis geöffnet. Und Scholz selbst, der amtierende Vizekanzler, legte sich schon vor Monaten fest: "Es wird keine Fortsetzung der Großen Koalition geben. Es wird das nicht geben, dass es eine Regierung dieser drei Parteien gibt nach 21."

Der Hanseat mit der Bazooka - Porträt Olaf Scholz
Lothar Lenz, ARD Berlin
10.08.2020 14:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. August 2020 um 16:26 Uhr.

Korrespondent

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Lothar Lenz, WDR

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