Eine Reihe von Schulranzen stehen nebeneinander vor Kindern | Bildquelle: dpa

Für Familien mit Hartz IV Mehr Kinder bekommen Zuschuss für Schulbedarf

Stand: 27.08.2018 08:41 Uhr

Immer mehr Kinder brauchen einem Zeitungsbericht zufolge staatliche Hilfe beim Schulbedarf. Ihre Zahl ist in diesem Jahr erneut leicht gestiegen - auf mehr als eine Million. Die meisten von ihnen leben in NRW.

Eine ganze Einkaufsliste bekommen Kinder zum Schuljahresstart meist mit nach Hause: Hefte in unterschiedlichen Größen, Einbände, Lineal, Füller, verschiedene Stifte, Bastel- und Malutensilien, Sportzeug und nicht zuletzt den Schulranzen müssen die Familien dann schnellstmöglich besorgen. Für viele ist das eine finanzielle Belastung, die sie nicht allein stemmen können: Mehr als eine Million Kinder haben einem Bericht zufolge genau dafür staatliche Unterstützung bekommen.

Konkret erhielten 1.006.163 Schüler diese Leistung nach dem Bildungs- und Teilhabepaket. Das waren gut 5000 Kinder mehr als ein Jahr zuvor und 46.000 mehr als 2016, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet. Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag. Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben Kinder von Empfängern von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe sowie Kinder, deren Eltern Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.

100 Euro pro Kind und Schuljahr

Die Leistung für den Schulbedarf beträgt pro Kind pauschal 100 Euro jährlich. 70 Euro werden mit dem Schuljahresstart ausgezahlt, so auch zum Beginn des Schuljahres 2018/2019, weitere 30 Euro zum Beginn des zweiten Halbjahrs, also jeweils im Februar. Die Schülerzahlen in dem Bericht stammen von Februar 2018, die Zahlen für August liegen nach Angaben der Zeitung noch nicht vor.

Ein Mädchen macht Schularbeiten.
galerie

70 Euro werden zum Schuljahresstart für Federmäppchen, Hefte & Co gezahlt, 30 Euro dann zum Halbjahr.

Die meisten Familien, die finanzielle Hilfen für den Schulbedarf bekommen, gab es in Nordrhein-Westfalen. Hier waren es 300.000 Schulkinder, in Niedersachsen waren es 117.000, in Berlin 98.000, in Baden-Württemberg 89.000 und in Bayern 80.000 Schülerinnen und Schüler.

Linkspartei: Betrag reicht nicht aus

Die Linken-Politikerin Sabine Zimmermann, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, forderte, den vor zehn Jahren festgelegten Pauschalbetrag anzuheben. "Insgesamt hundert Euro für den Schulbedarf pro Jahr reichen nicht aus, um die anfallenden Kosten zu decken", kritisierte Zimmermann. Von gleichen Chancen für Kinder aus ärmeren Familien könne nach derzeitiger Rechtslage "keine Rede sein".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. August 2018 um 09:00 Uhr.

Darstellung: