Leeres Klassenzimmer (Archiv) | Bildquelle: dpa

Lockdown Was gilt wo an Schulen?

Stand: 15.12.2020 10:07 Uhr

Der Corona-Lockdown hat auch für Schulen und Kitas erhebliche Folgen. Da die Bundesländer dafür zuständig sind, sind die Regeln unterschiedlich - und zum Teil unübersichtlich. Ein Überblick.

Lange haben Bund und Länder an den offenen Schulen festgehalten, doch angesichts der Corona-Lage trifft es nun auch die Bildungseinrichtungen: Ab spätestens Mittwoch sollen Schulen geschlossen werden oder es wird die Präsenzpflicht ausgesetzt. Das gilt zunächst bis zum 10. Januar. Für Kinder von Eltern systemrelevanter Berufe soll es während des Lockdowns eine Notbetreuung geben. Die Regeln sind im Detail unterschiedlich. So hat Sachsen schon am Montag alle Schulen geschlossen, in Mecklenburg-Vorpommern hält man hingegen an den geöffneten Kitas fest, auch Nordrhein-Westfalen geht zum Teil eigene Wege.

Einig ist man sich, dass nach einem Ende des Lockdowns die Schulen schnell wieder geöffnet werden sollen. "Das ist das Letzte, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen. Bildung hat Priorität, und dabei bleibt es auch", sagt Kanzleramtschef Helge Braun.

Bayern

In Bayern werden ab Mittwoch Schulen und Kitas geschlossen. Dann soll es nur noch Distanzunterricht und Notbetreuungs-Angebote geben. Für die Grundschulen kündigte Ministerpräsident Markus Söder - "wenn es möglich ist" - Distanzunterricht an. Ansonsten werde man eine Notbetreuung organisieren. Zudem sollten Eltern zusätzlichen bezahlten Urlaub nehmen können. Notbetreuungs-Möglichkeiten kündigte Söder für jeden an, "der es braucht". Man setze aber ganz grundsätzlich auch auf Kulanz von Arbeitgebern. Man werde die Notbetreuung sehr großzügig handhaben, sagte Kultusminister Michael Piazolo.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden die Schulen ab Mittwoch bis zum 10. Januar geschlossen. Die Abschlussjahrgänge werden verpflichtend im Fernunterricht unterrichtet. "Für die Schülerinnen und Schüler der übrigen Jahrgänge ist der Beschluss gleichzusetzen mit vorgezogenen Ferien", heißt es in einer Pressemitteilung. Für die Klassenstufen eins bis sieben und für Kita-Kinder wird - bei zwingendem Bedarf - eine Notbetreuung eingerichtet.

Berlin

Ab Mittwoch wird in Berliner Schulen der Präsenzunterricht ausgesetzt. In der Primarstufe wird eine Notbetreuung angeboten. Lehrer entscheiden darüber, ob bereits angesetzte Klassenarbeiten und Klausuren in der Schule geschrieben werden. Nach den Weihnachtsferien wird bis zum 8. Januar ausschließlich Distanzunterricht angeboten. Die Berliner Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen bieten lediglich eine Notversorgung an. 

Brandenburg

In Brandenburg ist in den Schulen die Präsenzpflicht ausgesetzt. Ausgenommen bleiben Abschlussklassen und Förderschulen. Wechselunterricht, der bereits eingeführt wurde, bleibt bis zum Ferienbeginn bestehen. Ab dem 4. Januar soll es für die meisten Schüler bis zum 10. Januar nur noch Distanzunterricht geben. Es besteht aber eine Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht. Ausgenommen sind die Abschlussklassen, auch Förderschulen bleiben geöffnet.

Kitas im vorschulischen Bereich schließen nicht, den Eltern der Kita-Kinder wird jedoch nahegelegt, ihre Kinder zuhause zu betreuen.

Bremen

Am Mittwoch wird in den Schulen die Präsenzpflicht aufgehoben. Erziehungsberechtigte und volljährige Schülerinnen und Schüler können dann entscheiden, ob sie am Präsenzunterricht teilnehmen. Wichtige Klausuren, die bis zum 18. Dezember geplant waren, sollen geschrieben werden. In Bremen bleiben Kitas geöffnet, allerdings soll in Ausnahmefällen eine Betreuung möglich sein.

Hamburg

In Hamburg gibt es ab Mittwoch keine Anwesenheitspflicht mehr, die Schulen und Kitas bleiben aber bis zu den Weihnachtsferien geöffnet. Eltern können entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder sie zuhause lernen. Die Ferien beginnen regulär am Freitag. Montag und Dienstag gibt es noch normalen Unterricht, wie Schulsenator Ties Rabe sagte.

In Abschlussklassen und an Beruflichen Schulen können Prüfungen nur verschoben werden, wenn die Schüler damit einverstanden sind. Im Kindergarten wird eine Notfallbetreuung sichergestellt. Die Spielplätze bleiben geöffnet.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher | Bildquelle: Omer Messinger/POOL/EPA-EFE/Shut
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Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher: Keine Anwesenheitspflicht in Schulen und Kitas der Hansestadt

Hessen

In Hessen findet der Unterricht am Montag und Dienstag wie bisher statt. Danach können Eltern entscheiden, ob Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben. Sie müssen aber am Distanzlernen teilnehmen. Ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht ist nicht möglich. Nur Klassenarbeiten, Klausuren und sonstige Prüfungen, welche für den Schulabschluss unaufschiebbar sind, finden statt.

Niedersachsen

In Niedersachsen sollen die Schulen offen bleiben, allerdings wird bis zum 23. Dezember die Präsenzpflicht aufgehoben. "Alle, die zuhause bleiben können, sollen auch zuhause bleiben und dort lernen", so Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Dafür reiche es, das Fernbleiben der Kinder formlos per Telefon, Mail oder auf Papier gegenüber der Schule anzuzeigen. Tests, Klassenarbeiten und Klausuren werden ab Mittwoch abgesagt. Bei den Kitas gilt: Wer es einrichten könne, soll seine Kinder zu Hause betreuen, heißt es in Niedersachsen.

Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde die Präsenzpflicht aufgehoben. Kinder in den Klassen eins bis sechs können ab Mittwoch zuhause bleiben und erhalten für die folgenden Tage Schulaufgaben. Die Schulen bleiben aber für Kinder offen, bei denen eine Betreuung zuhause nicht sichergestellt ist. Seit Montag gibt es in weiten Teilen des Bundeslandes bereits verschärfte Maßnahmen für Schüler ab der siebten Klasse. Diese sollen per Internet unterrichtet werden. Ausnahmen davon gibt es vor Weihnachten in der Stadt und im Landkreis Rostock. Diese Maßnahmen sind zunächst bis zum 10. Januar vorgesehen.

Kitas sollen ebenfalls grundsätzlich offen bleiben. Auch hier sprach sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dafür aus, dass Eltern ihre Kinder, sofern möglich, zuhause lassen sollen.

Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen hat die Maßnahmen bereits vergangene Woche beschlossen. Die Schulen bleiben bis einschließlich Freitag geöffnet, allerdings erfolgt der Unterricht ab Klasse acht ausschließlich auf Distanz. Eltern von Kindern in den Klassen eins bis sieben können ihre Kinder vom Präsenzunterricht befreien lassen - die Schulpflicht gilt aber weiter. Schülerinnen und Schüler an Förderschulen mit einem besonderen Betreuungsbedarf können auch in den Jahrgangsstufen acht und darüber in ihren Schulen unterrichtet werden.

Saarland

Die Präsenzpflicht in der Schule wird für alle Schüler aufgehoben. Alle Schüler erhalten Lernmaterialien für das häusliche Lernen. Die Termine für die Abschlussprüfungen zum Hauptschulabschluss, zum Mittleren Bildungsabschluss und zum Abitur werden verschoben. Für Schüler bis Klassenstufe 6 soll es bei Bedarf ein pädagogisches Angebot geben. Die Eltern sollen der Schule bis Dienstag formlos mitteilen, ob ihr Kind in die Schule kommt.

Verschiedene Regeln bei Schulschließungen
tagesschau 16:00 Uhr, 14.12.2020, Nadine Sander, ARD Berlin

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Sachsen

In Sachsen sind seit heute alle Schulen und Kitas bis zum 8. Januar geschlossen. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich in sogenannter häuslicher Lernzeit. Die Schulbesuchspflicht wird für diese Zeit aufgehoben. Für die Primarstufe sowie für Kita- und Hortkinder wird eine Notbetreuung angeboten.

Sachsen-Anhalt

In Schulen und Kitas soll es ab Mittwoch nur noch eine Notbetreuung geben. Für Schüler bis zur sechsten Klasse entfällt die Präsenzpflicht, ältere Schüler sollen von zuhause unterrichtet werden. "Es wird empfohlen, wo immer möglich, die Kinder zuhause zu betreuen", heißt es aus dem Ministerium. "Die Teilnahme am Präsenzunterricht ist nicht verpflichtend." Ausgenommen sind die für den Schulabschluss unaufschiebbaren Klausuren und Klassenarbeiten.

Schleswig-Holstein

Die Jahrgänge 1 bis 7 könne Montag und Dienstag entweder für Betreuungsangebote in die Schule kommen oder sich formlos von der Präsenzpflicht in der Schule beurlauben lassen und von zuhause lernen. Ab der achten Klasse gibt es bereits seit Montag keinen Unterricht mehr in den Schulen. Die Mädchen und Jungen lernen vorerst nur von zuhause aus. Mit den neuen Vorgaben können viele Schüler von Montag an bis zum 10. Januar zuhause bleiben, also insgesamt vier Wochen. Bereits angesetzte Klassenarbeiten und Klausuren, die für Schulabschlüsse zählen, dürfen in den Schulen geschrieben werden. Wenn das Infektionsgeschehen es zulässt, soll ab 11. Januar der Präsenzunterricht im Corona-Regelbetrieb fortgesetzt werden.

Thüringen

Ab Mittwoch wird der Präsenzunterricht in allen Schulen Thüringens ausgesetzt. Schülerinnen und Schüler sollen bis 22. Dezember im "häuslichen Lernen" unterrichtet werden. Das gilt auch vom 4. bis 8. Januar. Klassenarbeiten und Klausuren, die für den Schulabschluss 2021 unaufschiebbar sind, sind ausgenommen. Für Kinder der Klassenstufen 1 bis 6 und der Förderschulen wird nach Voranmeldung eine Notbetreuung angeboten. Geschlossen werden auch Kindergärten und die Angebote der Kindertagespflegepersonen, es gibt aber eine Notbetreuung.

Rheinland-Pfalz

Auch Rheinland-Pfalz setzt die Präsenzpflicht ab Mittwoch aus. Für die Schüler, die bis zum Ferienbeginn am Freitag nicht zuhause betreut werden können, bleiben die Schulen offen. Fernunterricht muss in diesen drei Tagen nicht stattfinden, so das Ministerium. Nach den Ferien soll es vom 4. Januar bis 15. Januar Fernunterricht geben. Klassenarbeiten und Prüfungen, die bis 15. Januar angesetzt waren, sollen möglichst verschoben werden. Das Abitur - die schriftlichen Prüfungen beginnen am 7. Januar - findet wie geplant und in Präsenz an den Schulen statt. Die Kitas bleiben zwar offen, Eltern sollen aber möglichst eine Betreuung zuhause sicherstellen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2020 um 14:42 Uhr.

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