Ein Schild warnt vor der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg  | Bildquelle: dpa

Schweinepest in Brandenburg Agrarministerium verspricht mehr Hilfe

Stand: 20.09.2020 15:47 Uhr

Bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg hat das Agrarministerium weitere Unterstützung zugesagt. Zudem soll die Suche nach Wildschweinen im Gefahrengebiet ausgeweitet werden.

In Brandenburg werden die Bemühungen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest intensiviert. Das Bundesagrarministerium sagte dem Land weitere Hilfe zu, um die Tierseuche einzudämmen.

Demnach besucht Staatssekretärin Beate Kasch am Dienstag den zentralen Krisenstab für Tierseuchenbekämpfung in Potsdam, um eine Sitzung zu leiten. Dann werde es auch darum gehen, an welchen Stellen die Behörden in Brandenburg unterstützt werden könnten, um eine Ausbreitung der Schweinepest zu verhindern.

Suchaktion mit Hubschraubern und Drohnen

Kreissprecher Mario Behnke kündigte außerdem an, die Suche nach toten Wildschweinen ab Montag zu verstärken. Dann werden die Suchtrupps in der Kernzone des Gefahrengebiets im Landkreis Oder-Spree mit vier speziell ausgebildeten Suchhunden aus Rheinland-Pfalz unterstützt. Auch im Landkreis Spree-Neiße soll die Suche nach Kadavern mit Hunden verstärkt werden.

Am Samstag waren in der Nähe von Neuzelle im Kreis Oder-Spree Suchtrupps unterwegs, die von 20 Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks unterstützt wurden. Auch Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Drohnen kamen zum Einsatz. Fünf Kadaver seien gefunden worden, die nun untersucht würden, sagte der Kreissprecher. Etwa 60 Menschen arbeiteten zudem am Bau eines elektrischen Zauns um das erweiterte Kerngebiet der Fundorte.

Das Virus kann lange überleben

Bisher wurde das Virus bei 13 Wildschweinen nachgewiesen, die in Ostbrandenburg gefunden wurden. Der Erreger ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine aber meist tödlich. Während der Erreger in Afrika auch von Lederzecken übertragen wird, erfolgt die Übertragung in Europa über Sekrete von Tier zu Tier.

Das Virus kann sehr lange überleben, über Wochen und Monate, sagt Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Bei kälteren Temperaturen bleibe der Erreger länger infektiös als bei wärmeren. "Deshalb ist die Kadaversuche so wichtig", so Mettenleiter. Das Virus befindet sich in großen Mengen im Blut infizierter Tiere, so dass Kontakt mit Blut ein hohes Ansteckungsrisiko birgt.

Impfstoff nicht in Sicht

Wie lange die Tierseuche hierzulande Wild- und Hausschweine gefährden wird, ist aus Sicht des FLI noch unklar. Als Beispiel nannte Mettenleiter Sardinien, wo die Seuche 1978 eingeschleppt wurde und bis heute existiert. Spanien und Portugal hatten 30 Jahre lang bis Mitte der 1990er-Jahre mit der Krankheit zu tun, Tschechien hingegen nur etwa ein Jahr. "Es gibt die ganze Bandbreite", so Mettenleiter.

Mit einem Impfstoff rechnet Mettenleiter in überschaubarer Zeit nicht. Die Reduzierung der Wildschweindichte sei daher eine weitere wichtige Maßnahme des Seuchenschutzes.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. September 2020 um 07:14 Uhr.

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