Ein Musterexemplar eines deutschen Reisepasses | Bildquelle: dpa

Seehofer lenkt ein Passfotos nun doch vom Fotografen

Stand: 17.01.2020 13:59 Uhr

Der Fotohandel war geschockt: Passbilder der Sicherheit zuliebe nur noch von der Behörde? Ganz so streng will es Bundesinnenminister Seehofer nun nicht mehr regeln. Dennoch dürfte es für Fotografen komplizierter werden.

Nach heftiger Kritik ist Bundesinnenminister Horst Seehofer nun doch bereit, auch künftig Passbilder vom Fotografen zuzulassen. Der CSU-Politiker sagte der Nachrichtenagentur dpa, ihm sei wichtig, dass sich Bürger in Zukunft "entscheiden können, ob sie die Passfotos künftig bei der Behörde oder in einem Fotogeschäft anfertigen lassen".

Das Bundesinnenministerium plant eine Neuregelung für Ausweisbilder. Ursprünglich war vorgesehen, dass sie nur noch auf dem Bürgeramt aufgenommen werden dürfen. Grund ist die Sorge vor Bildmanipulationen, etwa durch das sogenannte Morphing, bei dem Bilder von mehreren Gesichtern zu einem verschmelzen. "Ist ein auf dem Pass enthaltenes Lichtbild auf diese Weise manipuliert, kann nicht nur der Passinhaber, sondern unter Umständen auch eine dritte Person, deren Gesichtszüge im Passbild enthalten sind, den Pass zum Grenzübertritt nutzen", heißt es im Gesetzentwurf.

Fotohandel befürchtete Einbußen

Deutliche Kritik kam vom Einzelhandel, der massive Umsatzeinbußen für Fotogeschäfte befürchtete. Das Ministerium sucht jetzt nach einem Weg, der den Sicherheitsinteressen Rechnung trägt, ohne die Fotografen zu benachteiligen. Im Gespräch ist, ob es eine offizielle Zulassung vertrauenswürdiger Fotografen für entsprechende Aufnahmen geben könnte. Außerdem wird darüber beraten, wie die Bilder sicher zum Amt übertragen werden können.

Nach Angaben aus dem Innenministerium sind deutschen Sicherheitsbehörden drei Fälle von gemorphten Lichtbildern in Reisedokumenten bekannt - in einem Fall ging es um einen deutschen Reisepass.

Seehofer lenkt ein - Fotografen dürfen weiter Passfotos machen
Achim Wendler, ARD Berlin
17.01.2020 14:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2020 um 12:00 Uhr.

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