CSU-Chef Horst Seehofer | Bildquelle: AP

CSU-Chef Seehofer "Eher stelle ich mein Amt zur Verfügung"

Stand: 21.10.2018 14:40 Uhr

CSU-Chef Seehofer will sich nicht allein für das schlechte Ergebnis seiner Partei bei den Landtagswahlen verantwortlich machen lassen. "Noch mal mache ich einen Watschnbaum nicht", sagte er.

Horst Seehofer hat einen möglichen Rücktritt als Parteichef angedeutet - wenn ihn seine Partei für den CSU-Absturz allein verantwortlich machen sollte. "Noch mal mache ich einen Watschnbaum nicht. Man kann mich kritisieren, aber das zu reduzieren auf den Horst Seehofer, und der ist für alles verantwortlich, das werde ich persönlich nicht mitmachen", sagte Seehofer in der Sendung "Sonntagsstammtisch" im Bayerischen Fernsehen. "Eher stelle ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung - ich glaube, klarer kann man sich nicht ausdrücken."

Mehr zum Thema

Parteiintern massiv unter Druck

Seehofer, der seit dem CSU-Absturz bei der bayerischen Landtagswahl am vergangenen Sonntag auf nur noch 37,2 Prozent parteiintern massiv unter Druck steht, wies eine Alleinverantwortung energisch zurück. "Das ist halt ein einfaches Geschäft: Wenn man auf einen anderen zeigen kann, muss man sich nicht mit sich selbst beschäftigen."

Das sei schon nach der Bundestagswahl 2017 so gewesen, so Seehofer. "Obwohl ich gar nicht zur Wahl stand, in keiner Wahlsendung war, auf keinem Wahlplakat, war ich schon nach der Bundestagswahl der Hauptverursacher. Jetzt wieder", klagte er.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und CSU -Chef Horst Seehofer, rechts. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Bayerns Ministerpräsident Söder und CSU-Chef Seehofer, rechts. "Was mich ärgert, ist die oberflächliche Wahlanalyse, die viele anstellen", so Seehofer.

Seehofer nennt Gründe für Einbruch der CSU

Seehofer sagte, er stehe zu seiner Verantwortung - aber die CSU müsse auch strukturelle Fragen beantworten. "Die SPD hat immer die Köpfe ausgewechselt in den letzten Jahren, und es ist immer noch schlechter geworden, weil sie die Strukturen bei sich nicht verändert hat." Er fügte hinzu: "Was mich ärgert, ist die oberflächliche Wahlanalyse, die viele anstellen."

Der Einbruch der CSU habe aber tiefere Gründe, die längere Zeit zurückreichten. Er nannte die Etablierung der Freien Wähler im Landtag seit 2008, das Erstarken der AfD und zunehmende Veränderungen in der Gesellschaft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

Darstellung: