Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto, stellt bei der Jahrespressekonferenz die Bilanz des Autoherstellers für das Jahr 2017 vor. | Bildquelle: dpa

VW-Tochter Aus für Skoda-Vorstand Maier

Stand: 09.07.2020 18:35 Uhr

Das Personalkarussell bei VW dreht sich weiter: Nach knapp fünf Jahren ist für Skoda-Chef Maier überraschend Schluss. Dabei trimmte der Manager die Marke auf Gewinn. Über die Nachfolge wird gerätselt.

Wechsel an der Spitze der tschechischen VW-Tochter Skoda: Bernhard Maier ist ab Ende dieses Monats nicht mehr Vorstandsvorsitzender. Er gebe das Amt zum 31. Juli ab, teilte das Unternehmen im tschechischen Stammwerk Mlada Boleslav mit. An dem Tag laufe auch sein Vertrag aus. Ob der Schwabe den Konzern tatsächlich verlässt, ist nicht bekannt.

Skoda gilt im Konzern als sehr erfolgreich

Maier leitete den Autobauer seit November 2015. Zuvor hatte er unter anderem als Vertriebschef im Vorstand des Sportwagenherstellers Porsche gearbeitet.

Skoda gilt im VW-Konzern als sehr erfolgreich, wenn es um das Trimmen auf Rendite geht - so erfolgreich sogar, dass sich Vertreter der renditeschwachen Kernmarke "VW Pkw" häufig beim Sparzwang unter Druck gesetzt fühlten. Im Konzern sollte Skoda vor allem ein Bollwerk gegen osteuropäische Konkurrenz sein.

VW-Vorstand wird umgebaut

Unter dem 60 Jahre alten Schwaben brachte Skoda neue Modelle wie die SUVs Kamiq und Kodiaq heraus und überarbeitete das Erfolgsmodell Octavia.

Damit geht der personelle Umbau im Gesamtkonzern weiter. Im Juni musste Konzernchef Herbert Diess die Führung der Kernmarke abgeben, seine rechte Hand Ralf Brandstätter übernahm.

Bei der Lkw- und Busholding Traton ersetzt Matthias Gründler den langjährigen VW-Lkw-Vorstand Andreas Renschler, bei der Vans-Sparte VW Nutzfahrzeuge übernahm derweil Carsten Intra das Steuer.

Umsatz stieg auf 19,8 Milliarden Euro

Im Jahr vor der Corona-Krise steigerte Skoda seinen Umsatz um rund 15 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um gut ein Fünftel auf 1,7 Milliarden. Dabei machte Skoda bei je 100 Euro Umsatz rund 8,40 Euro Betriebsgewinn. Zum Vergleich: Die VW-Kernmarke kam vor Diesel-Sonderkosten auf rund 4,30 Euro.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 1,24 Millionen Neuwagen ausgeliefert. Aus den tschechischen Werken kam dabei die Rekordzahl von 910.000 Fahrzeugen vom Fließband - 2,25 Prozent mehr als noch 2018.

Umstieg auf Elektromobilität

Auch für Skoda gilt der Umstieg auf die Elektromobilität als Herausforderung. Mit dem Superb iV kam vergleichsweise spät der erste Plug-in-Hybrid auf den Markt.

Zudem droht Skoda immer wieder zu einem Opfer des eigenen Erfolgs zu werden, da die Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen. Erleichterung sollte eine VW-Fabrik in der Türkei bringen, entsprechende Pläne wurden jedoch aufgegeben.

Über den möglichen Nachfolger Maiers wurde bisher nichts bekannt. Er werde in der Skoda-Vorstandssitzung im August gewählt, hieß es.

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