Ein Grundschüler malt in seinem Klassenraum an einer Tafel das Wort "Sommerferien". | Bildquelle: dpa

Kürzerer Korridor Länderchefs gegen Ferienvorschlag

Stand: 03.01.2020 09:04 Uhr

Die Länderchefs von Hamburg und Berlin wollen, dass die Sommerferien bundesweit im gleichen Zeitraum stattfinden. Doch davon halten die Regierungen der anderen Bundesländer wenig. Eine deutliche Antwort kommt aus Bayern.

Die Forderung aus Berlin und Hamburg nach einer Neuregelung der Sommerferien in Deutschland stößt auf breite Ablehnung. Das geht aus Gesprächen der Deutschen Presse-Agentur mit mehreren Länderchefs hervor. Berlin und Hamburg dringen unter anderem darauf, dass die Sommerferien künftig in allen Ländern frühestens am 1. Juli beginnen und spätestens am 10. September enden. 

Berlin und Hamburg wollen mit ihrem Vorstoß erreichen, dass die jährlichen Verschiebungen bei den Ferienterminen möglichst gering ausfallen. Bisher haben nur Bayern und Baden-Württemberg jedes Jahr im gleichen Zeitraum Sommerferien. Sie starten als letztes, in den übrigen Ländern wechseln die Termine permanent.

Dies sorgt besonders bei den Bundesländern im Norden regelmäßig für Verärgerung. Rechtlich können die beiden Südländer weder von anderen Ländern noch vom Bund dazu gezwungen werden, ihre Ferien anders zu terminieren.

Widerstand aus Bayern und NRW

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lehnte sogleich den Vorschlag aus Berlin und Hamburg ab, dass sein Bundesland am Rotationsprinzip teilnehme solle. "Wir bleiben bei unseren Ferienterminen. Das hat sich so bewährt und das ist in der bayerischen Kultur fest verankert", sagte er. Der CSU-Chef begründet seine Haltung mit dem Erhalt des über Jahrzehnte gewachsenen Ferienrhythmus: "Sonst müssten wir vielleicht unsere Pfingstferien verändern und die sind den Bayern sehr wichtig. Und obwohl wir mit die meisten Feiertage haben, erbringen unsere Schüler mit die besten Ergebnisse."

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält von der Idee wenig. Er warnte davor, die geltende Regelung zulasten der Schüler zu verändern. Ein verkürzter Ferienkorridor könnte die Probleme in den Schulen, im Reiseverkehr und in der Tourismusbranche noch verschärfen, sagte der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes.

"Gut für den Tourismus"

Ähnlich wie Laschet äußerten sich eine Reihe anderer Ministerpräsidenten. "Aus touristischen, aber auch aus bildungspolitischen Gründen spricht viel für die bisherige Regelung", sagte Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU).

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte: "Wir wollen, dass es weiterhin einen weiter gefassten zeitlichen Rahmen gibt. Das ist gut für den Tourismus, vor allem aber hilft es Familien mit Schulkindern. Denn wenn sich der Zeitraum verkürzt und alle in Deutschland fast zur gleichen Zeit Ferien haben, dann wird der Familienurlaub ganz sicher teurer."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Januar 2020 um 08:00 Uhr.

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