Ein Arzt in einer Notaufnahme in Braunschweig | Bildquelle: dpa

Arbeitsentwurf Spahn will Notaufnahmen entlasten

Stand: 22.07.2019 11:47 Uhr

Der Bundesgesundheitsminister will eine "zentrale Lotsenfunktion" der Notfallstellen schaffen. So sollen die Wartezeiten in Notaufnahmen verkürzt werden. Das geht aus einem Arbeitsentwurf hervor.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Versorgung von medizinischen Notfällen reformieren und damit die Notaufnahmen von Krankenhäusern entlasten. Das geht aus einem Arbeitsentwurf hervor, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet.

"Derzeit sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu häufig überlaufen, weil unter den Patienten auch solche sind, denen andernorts besser geholfen werden könnte", sagte Spahn. Dadurch seien die Wartezeiten für Patienten, die dringend auf die Hilfe in der Notfallambulanz angewiesen seien, oft zu lang.

Hanni Hüsch, ARD Berlin, über Spahns Vorstoß zur Notfallversorgung
tagesschau 14:00 Uhr, 22.07.2019

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Patienten sollen besser verteilt werden

Spahn plant, ambulante, stationäre und rettungsdienstliche Notfallversorgung, die zurzeit noch weitgehend voneinander abgeschottet arbeiten, zu einem System der integrierten Notfallversorgung auszubauen. Dem Entwurf zufolge sollen die Nummer 112 für den Rettungsdienst und die Nummer 116 117, unter der die Terminservicestellen der niedergelassenen Ärzte zu erreichen sind, faktisch zusammengeschaltet werden.

Dort sollen Patienten demnach eine erste Einschätzung bekommen, ob ihnen in einer Klinik oder bei einem ambulanten Arzt am besten geholfen werden kann. Der Entwurf spricht von der "zentralen Lotsenfunktion" der Notfallleitstellen. Damit die Organisation der Rettungsleitstellen verändert werden kann, muss aber möglicherweise das Grundgesetz geändert werden, weil der Rettungsdienst Ländersache ist.

Gesundheitsminister Spahn plant Verbesserungen bei der Notfallversorgung
tagesschau 15:00 Uhr, 22.07.2019, Tom Schneider, ARD Berlin

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Neue Anlaufstelle in Krankenhäusern

Wenn Patienten in Krankenhäuser gehen, soll es den Plänen zufolge bundesweit "Integrierte Notfallzentren" (INZ) geben, die von den Kliniken und den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam betrieben würden. Patienten sollten dort entweder sofort in die Notaufnahme geschickt oder ambulant weiterbehandelt werden.

Die Notfallzentren sollten dem Gesetzentwurf zufolge "jederzeit zugänglich" und "räumlich derart in ein Krankenhaus eingebunden" sein, dass sie von den Patienten "als erste Anlaufstelle im Notfall wahrgenommen werden". Die Patienten sollen außerdem motiviert werden, im Notfall nur die Krankenhäuser aufzusuchen, an denen die neuen INZ eingerichtet sind. Über das nächstgelegene Notfallzentrum sollen die Krankenkassen ihre Versicherten informieren.

Mehr Vernetzung bei den Rettungsdiensten

Auch die Rettungsdienste sollen neu geregelt werden. Die Versorgung am Notfallort und die eventuell erforderliche Rettungsfahrt sollen voneinander unabhängige Leistungen werden. Rettungswagen sollen das jeweils für den Einzelfall geeignete Krankenhaus anfahren. Damit das funktioniert, sollen die erforderlichen Daten frühestmöglich übermittelt werden.

Dafür braucht es dem Entwurf zufolge eine digitale Dokumentation und eine bundesweite Echtzeitübertragung der bestehenden Versorgungskapazitäten durch alle an der Notfallversorgung beteiligten Akteure.

Gesundheitsminister Spahn plant Reform der Notfallversorgung
Claudia Plaß, ARD Berlin
22.07.2019 12:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2019 um 06:00 Uhr.

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