Eine Pflegekraft (l) begleitet die Bewohnerin eines Altenheims über den Flur.  | Bildquelle: dpa

Spahn für höhere Löhne "3000 Euro sollten möglich sein"

Stand: 16.07.2018 10:52 Uhr

Gesundheitsminister Spahn hat höhere Löhne für die Beschäftigten in der Pflegebranche angemahnt. Um den Beruf attraktiver zu machen, solle es künftig Tarifverträge für alle Pflegekräfte geben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften plädiert. "Ich finde, so 2500, 3000 Euro sollten möglich sein, im Pflegeberuf zu verdienen", sagte Spahn im Morgenmagazin von ARD und ZDF mit Blick auf den monatlichen Verdienst einer Pflegekraft nach Abschluss der Ausbildung. Anerkennung drücke sich ja nicht nur in Worten aus, so Spahn.

Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass Pflegekräfte wieder vermehrt Tarifverträgen unterliegen, was derzeit für den Großteil nicht der Fall sei. "Das wollen wir ändern", sagte der Gesundheitsminister.

Weniger Leiharbeit, mehr Festangestellte

In mehr Verstaatlichung im Pflegebereich sieht Spahn keine Lösung. Er setze vielmehr auf eine Vielfalt von Trägern. Wichtig sei, dass die Arbeitsbedingungen überall stimmten. Die Leiharbeit im Pflegebereich mache die Dinge angesichts der aktuellen Probleme mit der Stellenbesetzung eher schwieriger als leichter.

"Ich hätte lieber weniger Leiharbeit in der Pflege und mehr Festangestellte", sagte Spahn. Es müsse nun darum gehen, über mehr Ausbildung, Umschulung und Anwerbung von Kräften aus dem Ausland dafür zu sorgen, dass die geplanten 13.000 zusätzlichen Stellen besetzt werden können.

Elektronische Patientenakte

Auch für Krankenversicherte formulierte Spahn Pläne. So sollen Patienten künftig auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können. Entsprechende Vorgaben wolle der CDU-Politiker den gesetzlichen Krankenversicherungen noch diesen Monat machen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das sei nicht das Ende der elektronischen Gesundheitskarte, aber eine zusätzliche, patientenfreundliche Option, erklärte Spahn der Zeitung.

Nach jahrelangem Gezerre um zusätzliche Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte will die Bundesregierung bei der Digitalisierung vorankommen. Bislang ist es allerdings strittig, ob die Daten auf Wunsch der Versicherten überhaupt elektronisch übermittelt werden dürfen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Juli 2018 um 08:43 Uhr.

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