Menschen laufen vor SPD-Logo | Bildquelle: dpa

Bewerber für den SPD-Vorsitz ... und plötzlich sind es 13

Stand: 17.08.2019 03:29 Uhr

Erst wollte kaum jemand - jetzt wird es fast ein bisschen unübersichtlich beim Wettbewerb um den SPD-Vorsitz. Über mehr oder minder bekannte Kandidaten und die schwierige Suche nach dem richtigen Partner.

Von Sabine Henkel, ARD-Hauptstadtstudio

Es geht um nichts anderes als das, was Franz Münterfering einst als das schönste Amt neben dem Papst titulierte. Trotzdem wollte erst keiner antreten, und plötzlich waren es viele - 13, um genau zu sein. Nicht auszuschließen, dass noch wer dazu kommt. Zwischen "keiner will" und "man verliert den Überblick" liegen gut sechs Wochen und gefühlt sechs Minuten. Aber der Reihe nach.

Die Suche der SPD nach einem neuen Parteivorsitz
tagesthemen 21:45 Uhr, 16.08.2019, Volker Schwenck, Christian Dreißigacker, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Zuerst waren da Michael Roth und Christina Kampmann, ein Staatssekretär und eine ehemalige Landesministerin - die Mutigen. Man habe sich gemeinsam zur Kandidatur entschieden, sagte Kampmann - "weil wir fest davon überzeugt sind, dass die SPD jetzt mutige Menschen braucht, die Verantwortung für diese Partei übernehmen wollen." Die beiden wollen gemeinsam Visionen entwickeln. Helmut Schmidt würde sagen, wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen - aber lassen wir das. Sie haben die Vision, die SPD wieder aufrichten zu können.

"Ein bedrohliches Amt"

Ebenso wie Ralf Stegner, seines Zeichens Fraktions- und Oppositionsführer in Schleswig-Holstein. "Ich habe mir gesagt: Du kannst in so einer Lage deiner Partei nicht kneifen. Du machst ein Angebot, gemeinsam mit jemand anderem, das sich unterscheidet von dem von anderen", begründete er seine Bewerbung. Auch Stegner will im Duo führen - mit Gesine Schwan, was mit viel Spott und Häme bedacht wurde. Eine 76-Jährige, die der SPD auf die Beine helfen kann?

Prof. Dr. Gesine Schwan und SPD-Fraktionschef Ralf Stegner
galerie

Ein weiteres Bewerber-Duo: Schwan und Stegner

"Ich bin alt, das ist klar, aber ich fühle mich gar nicht so alt", erklärte die. Es sei auch eine Erfahrung gewesen, dass die Suche nach einem jüngeren Partner oder einer Partnerin nicht ganz einfach sei. "Denn man muss sich klar machen, dass dieses Amt von vielen als ein bedrohliches Amt wahrgenommen wird."

Aus "Nein" wurde "Ja"

Vielleicht war genau das der Grund, warum Olaf Scholz die Frage, ob er nicht SPD-Chef werden will, Anfang Juni noch mit einem klaren "Nein" beantwortete. Daraus ist mittlerweile ein "Ja" geworden - zumindest so etwas ähnliches. Scholz soll der Interims-SPD-Spitze gesagt haben: "Ich mache es, wenn ihr es wollt."

Der Bundesfinanzminister ist nicht sonderlich beliebt, aber immerhin der einzige Bewerber aus der ersten Reihe, aus der einige Hoffungsträger nicht antreten wollen: Stephan Weil, Franziska Giffey, Malu Dreyer, Manuela Schwesig. Also sind da die anderen: Simone Lange und Alexander Ahrens, die nicht unbedingt als aussichtsreiche Kandidaten gelten, ebenso wenig wie Nina Scheer und Karl Lauterbach. "Wir sind ja jetzt noch keine Kandidaten, sondern wir sind Kandidaten für die Kandidatur", stellte letzterer klar.

Suche nach Unterstützern

Vielleicht bleibt es auch dabei. Genauso wie für die Einzelbewerber, deren Namen man erst im "Who is who" der hinteren Plätze der Sozialdemokratie nachschlagen muss: Hans Wallow und Robert Maier. Sie müssen wie alle zunächst ausreichend Unterstützer haben, um überhaupt antreten zu dürfen.

Gelingen dürfte das Boris Pistorius und Petra Köpping, der eine Minister in Niedersachsen, die andere Ministerin in Sachsen. Beide erfahren Anerkennung in der SPD und würden für einen Neuanfang stehen -  anders als Olaf Scholz, der im Übrigen noch nach einer Frau für ein Duo sucht.

Nie war in der SPD die Kandidatensuche oder - frei nach Lauterbach: "die Kandidatensuche für die Kandidatur" so schwierig und unübersichtlich. Beinahe gut, dass die Zwölf-Prozent-Partei in dieser Lage keinen Kanzlerkandidaten braucht.

Erst keiner, dann 13. Die SPD Kandidaten-Kandidatursuche
Sabine Henkel, ARD Berlin
16.08.2019 18:00 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. August 2019 um 21:45 Uhr.

Korrespondentin

Sabine Henkel Logo WDR

Sabine Henkel, WDR

Darstellung: