Bundespräsident Steinmeier 18. April - der Corona-Toten gedenken

Stand: 05.03.2021 13:33 Uhr

Mehr als 71.500 Menschen sind bislang in Deutschland nach einer Corona-Infektion gestorben. Bundespräsident Steinmeier betonte im Gespräch mit Hinterbliebenen die "erschütternde Dimension" und warb erneut für ein gemeinsames Gedenken.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die vielen Menschen erinnert, die in Deutschland im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben sind. Mehr als 71.500 Menschen seien dem Virus bereits zum Opfer gefallen - "das ist und das bleibt eine erschütternde, verstörende Dimension", sagte das Staatsoberhaupt bei einem Gespräch mit Hinterbliebenen im Schloss Bellevue.

Hinter jeder einzelnen Zahl stehe ein Schicksal, stehe ein Mensch, der von uns gegangen sei. "Dahinter stehen Menschen, die ihre Liebsten verloren haben, Menschen, die gebangt, gezittert, gekämpft haben, die sich manchmal nicht einmal verabschieden konnten. Dahinter stehen unendliche Trauer und unendlicher Schmerz und ja, manchmal auch Bitterkeit." Viele Menschen hätten von ihren Liebsten nur im aller kleinsten Kreis Abschied nehmen können, selbst nächste Verwandte und Freunde seien von der Trauerfeier ausgeschlossen worden.

Aus dem Leben gerissen

Auch die Angehörigen, die Steinmeier zum Gespräch eingeladen hatte, berichteten dies teils unter Tränen. Zwei von ihnen, die Journalistin Kirsten Grieshaber und der Supermarkt-Inhaber Aslan Mahmood aus Berlin, erzählten vom Tod ihrer Väter. Drei weitere Angehörige, Anita Schedel aus Passau, Andreas Steinhauser aus dem bayerischen Altdorf bei Landshut und Michaela Mengel aus Essen, waren per Video zugeschaltet. Die Hinterbliebenen, von denen einige auch selbst an Covid-19 erkrankt waren, schilderten, wie sie sich kaum, manche gar nicht, von ihren Angehörigen verabschieden konnten. Völlig unerwartet sei ihr Mann, ein Arzt, im April vergangenen Jahres im Alter von 59 Jahren aus dem Leben gerissen worden, erzählte Schedel. Ihr eigenes Leben habe sich seither komplett verändert. Sie habe sich zurückgezogen und arbeite nicht mehr.

Vom erschwerten Abschiednehmen unter Corona-Bedingungen und von den bleibenden Verlustgefühlen der Angehörigen berichtete die Seelsorgerin und Trauerrednerin Katharina Ziegler aus dem niedersächsischen Osterholz, die ebenfalls an der Gesprächsrunde teilnahm.

Per Videokonferenz ist Frank Walter Steinmeier mit Menschen verbunden, die Angehörige in der Corona-Pandemie verloren haben.
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Bundespräsident Steinmeier trifft sich mit Menschen, die Angehörige in der Corona-Pandemie verloren haben.

Steinmeier betonte, es sei wichtig an die Toten zu erinnern. Viele Menschen im Land seien inzwischen seinem Aufruf gefolgt, als Zeichen der Trauer und Anteilnahme ein Licht ins Fenster zu stellen. Dafür sei er sehr dankbar. "Ich glaube aber, dass wir der Verstorbenen auch gemeinsam, als Gemeinschaft gedenken sollten."

Gedenkfeier am 18. April

Dazu solle am 18. April in Berlin eine Gedenkfeier mit der Staatsspitze, Hinterbliebenen und je nach Pandemielage möglicherweise weiteren Gästen stattfinden. "Als Bundespräsident halte ich es für sehr wichtig, dass wir innehalten, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen von den Verstorbenen in der Zeit der Pandemie - auch von jenen, die nicht dem Virus zum Opfer gefallen sind, aber genauso einsam gestorben sind."

Steinmeier betonte aber auch, dass es Hoffnung gebe, "dass wir die Pandemie besiegen werden - dank der Impfstoffe, die uns jetzt zur Verfügung stehen". Aber noch immer stürben täglich Hunderte Menschen an einer Covid-19-Infektion. Bisher hätten die Hinterbliebenen meist im Stillen und individuell getrauert. "Uns allen fehlt eine Form des gemeinsamen Gedenkens und Abschiednehmens. Denn wir haben doch gespürt in dieser dunklen Zeit, wie verletzlich wir als Menschen sind und wie sehr wir als Gemeinschaft aufeinander angewiesen sind", unterstrich der Bundespräsident.

Hinterbliebene schildern Steinmeier ihre Schicksale
Birgit Schmeitzner, ARD Berlin
05.03.2021 14:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. März 2021 um 10:00 Uhr.

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