Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Rainer Dulger (r) und Reiner Hoffmann (l) | Bildquelle: dpa

Steinmeier ruft zu Homeoffice auf "Gehen Sie nicht ins Büro!"

Stand: 15.01.2021 13:27 Uhr

Homeoffice nutzen, wo immer es geht: Mit diesem Aufruf haben sich Bundespräsident Steinmeier, Arbeitgeberpräsident Dulger und DGB-Chef Hoffmann an die Bevölkerung gewandt. Auch in der Arbeitswelt müssten Kontakte reduziert werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einem gemeinsamen Appell mit Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern eindringlich dazu aufgerufen, mehr als bisher von zu Hause zu arbeiten: "Wenn Sie die Möglichkeit haben und es bisher noch nicht tun: Arbeiten Sie im Homeoffice! Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen. Jede Fahrt zur Arbeit in der S-Bahn oder im Bus, die vermieden werden kann, hilft."

Die Unternehmen rief er dazu auf, noch mehr als bisher Homeoffice für ihre Angestellten umzusetzen: "Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus." Viele Arbeitskontakte ließen sich heutzutage digital gestalten. "Das ist nicht immer ideal - aber es schützt mit Sicherheit vor Ansteckungen."

Diskussion über mögliches Homeoffice-Gesetz
tagesthemen 21:45 Uhr, 15.01.2021, Kolja Schwartz, ARD Berlin

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Corona-Mutation bereitet Steinmeier Sorgen

Steinmeier begründete seinen Schritt mit den anhaltend hohen Corona-Zahlen. Die Mutation des Virus wie sie mittlerweile vereinzelt auch in Deutschland aufgetreten sei, verschärfe die Infektionsgefahr. "Das macht mir große Sorgen", sagte er.

Von zu Hause aus zu arbeiten schütze auch die Kollegin und den Kollegen, sagte Steinmeier: "Vergessen wir nicht: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitssystem stemmen in diesen Wochen eine wirklich übergroße Belastung." Und sie könnten nicht zu Hause bleiben.

Er wisse, dass das Arbeiten zu Hause auch Schwierigkeiten bringe, so Steinmeier: "Für Familien kann Homeoffice und Homeschooling eine große Belastung sein, und längst nicht jede und jeder hat die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten." Er verband seinen Appell mit einem Dank an die Beschäftigten im Gesundheitswesen, in der Industrie, in der Produktion, in der Logistik und im Handel.

Regierung: Homeoffice nicht für jeden geeignet

Trotz der anhaltend hohen Zahl von Infektionen plant die Bundesregierung allerdings keine Homeoffice-Pflicht. Derzeit stehe "keine zwingende Regelung auf der Tagesordnung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er schloss sich zwar dem Appell von Steinmeier an, die Heimarbeit auszuweiten, betonte aber auch: "Homeoffice ist nicht für jeden Beruf, für jede Tätigkeit geeignet."

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zog außerdem in Zweifel, ob eine Verpflichtung wirklich zielführender wäre. Nach ihrer Einschätzung führen Absprachen zwischen den Betroffenen zu einer höheren Akzeptanz. Seibert betonte allerdings auch, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher gewesen sei: "Es ist also möglich."

Dulger: Mobilität verringern

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte, die Betriebe und ihre Belegschaften seien bislang "sehr verantwortungsvoll mit der schwierigen Situation" umgegangen. "Die Umsetzung von Pandemieplänen, Hygienekonzepten und Arbeitsschutzregeln haben dazu geführt, dass der Arbeitsplatz ein vergleichsweise sicherer Ort ist", erklärte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. "Dennoch müssen wir jetzt die Kontakte weiter einschränken und die Mobilität verringern." Dazu trage Arbeiten im Homeoffice bei, wenn es möglich sei.

Abstand als Solidarität

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, sagte, es komme darauf an, "dass alle Möglichkeiten zur Nutzung von Homeoffice genutzt werden, um das Infektionsgeschehen weiter einzugrenzen und zurückzudrängen".

Beschäftigte in Produktion, Versorgungsbetrieben, Pflege, Krankenhäusern und öffentlichem Nahverkehr seien besonderen Risiken ausgesetzt, weil sie nicht zu Hause arbeiten könnten. "Solidarität heißt heute Abstand halten, damit Menschen sich nicht infizieren", sagte Hoffmann. "Wir werden gemeinsam erfolgreich die Krise überwinden, wenn wir zusammenhalten."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Januar 2021 um 12:00 Uhr.

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