Eine Frau näht an einer Jeans.

Bündnis gegen Ausbeutung Konzerne treten Textilbündnis bei

Stand: 05.06.2015 08:00 Uhr

Mehrere große Textilkonzerne haben sich dem Bündnis für Sozial- und Umweltstandards in ausländischen Produktionsstätten angeschlossen. Die Initiative war von der Bundesregierung gegründet worden. Anstoß war der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch.

Rund acht Monate nach Gründung des Textilbündnisses sind die Spitzenverbände von Handel und Industrie sowie rund 30 Marktführer der Modebranche der Initiative der Bundesregierung beigetreten. In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Verbände, man wolle gemeinsam mit der Politik und Vertretern der Zivilgesellschaft dazu beitragen, die Sozial- und Umweltstandards in der Produktions- und Lieferkette zu verbessern.

Zu den neu beigetretenen Unternehmen zählen unter anderem der Sportbekleidungshersteller Adidas, Adler, die Handelsketten Aldi Nord und Aldi Süd, Bierbaum-Proenen, Bugatti, C&A, Dieckhoff, Ernsting's Family, Hugo Boss, Hakro, H&M, KiK, Lidl, Olymp, Otto Group, Peppermint, Real, Rewe Group, Seidensticker, Tchibo, Wilvorst und Wilox.

"Ein starkes Zeichen auch in Richtung des G7-Gipfels"

Bundesentwicklungsminister Gerd Mülle zeigte sich erfreut. "Das ist ein starkes Zeichen auch in Richtung des G7-Gipfels am Wochenende in Elmau", sagte er. Deutschland sei damit Vorreiter für die internationalen Bemühungen auf dem Weg zu fairen, sozialen und ökologischen Standards in den globalen Lieferketten. "Mit Textil machen wir hier in Deutschland einen Anfang", erklärte Müller. Er hatte das Textilbündnis im Oktober 2014 gegründet, dem nun mehr als 100 Mitglieder angehören, darunter viele Hilfsorganisationen.

Fabrikeinsturz in Bangladesch als Auslöser

Rettungsarbeiten nach einem Fabrikeinsturz in Bangladesch.
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Bei dem Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben, etwa 2500 wurden verletzt.

Anstoß war das Fabrikunglück von Rana Plaza in Bangladesch. Beim Einsturz einer Textilfabrik kamen am 24. April 2013 mehr als 1100 Menschen ums Leben. Zunächst waren wichtige Unternehmen dem Bündnis ferngeblieben. Im April verständigten sich Verbände und Regierung auf einen Aktionsplan. Menschenrechtler und Oppositionsparteien kritisierten aber, dass das Textilbündnis nur auf freiwillige Verpflichtungen setzt.

Behörden in Bangladesch kündigen Gerichtsverfahren an

Am Montag hatten die Behörden in Bangladesch angekündigt, dass sie 41 Personen wegen des verheerenden Einsturzes vor Gericht stellen wollen. Wegen der Schwere des Falles sei die Anklage von Totschlag auf Mord geändert worden, sagte Chefermittler Bijoy Krishna Kar. Sie richte sich unter anderen gegen den Eigentümer des Gebäudes, dessen Familie und Aufsichtsbeamte. Sollten sie schuldig gesprochen werden, droht ihnen die Todesstrafe.

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