Strand bei Hammamet | Bildquelle: REUTERS

Thomas-Cook-Insolvenz Was die Pleite für Urlauber bedeutet

Stand: 23.09.2019 12:02 Uhr

Die Insolvenz von Thomas Cook betrifft Hunderttausende Urlauber. Die britische Regierung kündigte die "größte Rückholaktion in Friedenszeiten" an. Das deutsche Recht schützt Pauschaltouristen vor den Folgen von Insolvenzen.

Die Insolvenz des britischen Touristikunternehmens Thomas Cook betrifft 600.000 Urlauber, darunter 140.000 Deutsche. Zudem seien "für Reisen mit Abreisen heute und morgen rund 21.000 Gäste gebucht", teilte die Thomas Cook GmbH mit. Das Unternehmen veranstaltet Kreuzfahrten, betreibt Hotels, Ressorts und unterhält Airlines.

Sandra Scheuring, HR, zur Situation der betroffenen Reisenden
tagesschau 12:00 Uhr, 23.09.2019

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Von den 105 Flugzeugen im Konzern fliegen 58 für das deutsche Tochterunternehmen Condor. Flüge von Condor finden nach wie vor planmäßig statt, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Natürlich gebe es besorgte Kunden, die sich bei dem Ferienflieger telefonisch meldeten. Denen könne sie aber sagen, dass "der Flug normal geht".

Aus rechtlichen Gründen dürfe Condor aber Urlauber, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Reiseziel bringen, teilte die Airline mit. Thomas Cook werde sich mit den Kunden, deren Abreise für Montag oder Dienstag geplant sei, "direkt in Verbindung setzen". Für eine Rückholaktion bestehe nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft keine Notwendigkeit.

Die deutsche Traditionsmarke befördert nicht nur Thomas-Cook-Kunden, sondern auch die anderer Reiseveranstalter und Individualreisende. Damit sind derzeit nach Condor-Angaben insgesamt rund 240.000 Urlauber für Rückflüge gebucht.

Reisen können nicht gewährleistet werden

Der Konzern informierte außerdem auf seiner Website darüber, dass Reisen mit den Daten 23. und 24. September nicht gewährleistet werden könnten. Betroffene Gäste würden baldmöglichst kontaktiert. Kunden anderer auf der Seite aufgeführter Veranstalter werden gebeten, sich direkt an die Veranstalter zu wenden.

Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, stoppten den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett.

Schutz für Pauschaltouristen

Viele Touristen sitzen in Folge der Pleite an Urlaubsorten fest. Die britische Regierung kündigte deshalb bereits eine Rückholaktion für 150.000 Briten an - die größte derartige Aktion in der Geschichte des Landes.

Anders als in Großbritannien ist in Deutschland nicht der Staat für die Rückholung zuständig. Bei Pauschalreisen greift die Versicherung des Veranstalters. Das deutsche Recht sieht eine Pflicht vor, bei jeder Pauschalreise einen Reisesicherungsschein mitzuliefern, der Touristen vor den Folgen von Insolvenzen schützen soll. Das heißt: Wenn die Reise ausfällt, dann bekommen Urlauber ihr Geld zurück. Pauschalurlauber, die schon verreist sind, haben Anspruch auch vor Ort im Hotel bleiben zu können, bis die Rückreise organisiert ist.

Das gilt aber nur für Pauschalreisen. Menschen, die auf eigene Kosten nur einen Flug gebucht haben, sind nicht abgesichert. Meist helfen aber andere Fluggesellschaften, Touristen zurückzubringen, wenn deren Anbieter oder die gebuchte Airline Pleite ist. So war es jüngst auch im Falle der insolventen Germania, die Anfang Februar Insolvenz angemeldet hatte und sofort den Flugbetrieb einstellte.

"Erdbeben" für Tourismus in Griechenland

Allein in Griechenland sitzen nach Angaben des griechischen Tourismusministeriums 50.000 Touristen in Folge der Pleite fest und müssten zurückgeholt werden. Die ersten Urlauber könnten bald abreisen, teilte das Ministerium mit. 15 Flugzeuge seien organisiert worden. In den kommenden drei Tagen sollen demnach rund 22.000 Touristen zurückgeholt werden.

Die Insolvenz könnte gravierende Folgen für den griechischen Tourismussektor haben. "Das ist ein Erdbeben der Stärke 7, und der Tsunami kommt erst noch", sagte der Präsident des kretischen Tourismusverbands, Michalis Vlatakis, griechischen Medien. So hätten auf Kreta rund 70 Prozent aller Tourismusunternehmen Verträge mit Thomas Cook.

Allein 2019 habe das Unternehmen gut 400.000 Besucher nach Kreta gebracht. "Derzeit sind noch etwa 20.000 da", sagte Vlatakis.

Hotelgäste müssen Zimmer nicht verlassen

In der Türkei seien mehr als 21.000 Reisende mit Thomas Cook England untergekommen, teilte das türkische Tourismusministerium mit. Hotels dürften keine Zahlungen von Gästen verlangen oder sie dazu auffordern, ihre Zimmer zu räumen, sonst drohten ihnen gerichtliche Konsequenzen. Die Zahlungen von Reisenden, die bis 22. September eine Unterkunft gebucht hatten, seien abgesichert.

Das Ministerium stellte ein Unterstützungspaket für betroffene Unternehmen in Aussicht. Das Paket werde "in kürzester Zeit" verabschiedet. Details wurden nicht genannt.

Mit Informationen von Markus Plettendorf, NDR Info

Über dieses Thema berichtete am 22. September 2019 Deutschlandfunk um 23:18 Uhr in der Sendung "Das war der Tag" sowie am 23. September 2019 die tagesschau um 12:00 Uhr.

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