Strandliegen und Sonnenschirme stehen am menschenleeren Strand an einer Hotelanlage in Antalya. | Bildquelle: dpa

Reisen in die Türkei Warnung für vier Provinzen aufgehoben

Stand: 04.08.2020 18:09 Uhr

Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für die vier türkischen Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla mit sofortiger Wirkung auf. Grundlage ist demnach eine Vereinbarung mit der türkischen Regierung.

Lange hat die türkische Regierung darauf gedrungen, nun hat die Bundesregierung reagiert. Sie hob die Reisewarnung für die Türkei teilweise auf. Das Auswärtige Amt teilte in seinen Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt. Bei allen vier Provinzen handelt es sich um Urlaubsregionen an der Westküste.

Zu ihnen zählen auch beliebte Reiseziele rings um die Orte Kaş, Bodrum oder Kusadasi. Für andere Orte, insbesondere die Metropole Istanbul, bleibt die Warnung dagegen vorerst bestehen. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer begründete die Entscheidung zur teilweisen Aufhebung der Reisewarnung des Auswärtigen Amts damit, dass in den genannten Provinzen mit etwa fünf Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen die Ansteckungsgefahr relativ gering sei.

Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt macht die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme. Das Auswärtige Amt betonte, dass sie die Reisewarnung "unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts" aufgehoben habe.

Reisende müssen Pflichttest selbst zahlen

"Dieses beinhaltet u.a. eine verpflichtende PCR-Testung für alle Reisenden in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland." Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor beziehungsweise 30 Euro am Flughafen müssten die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne beziehungsweise in ärztliche Behandlung begeben.

Der türkische Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy zeigte sich erfreut über den Beschluss aus Berlin. Auf Twitter schrieb er: "Wir sind bereit, unsere deutschen Gäste im Rahmen des 'Zertifikationsprogramms für gesunden Tourismus' zu empfangen."

"Mit den Absprachen ist es gelungen, Tourismus in die Türkei dort zu ermöglichen, wo er in Einklang mit den erforderlichen Vorgaben des Infektionsschutzes gebracht werden kann", erklärte Demmer. "Zugleich ist es gelungen, insgesamt den Rückreiseverkehr aus der Türkei nach Deutschland so zu gestalten, dass sich die Gefahr des Eintrags neuer Infektionen in unser Land verringert." Die Lage-Entwicklung solle allerdings weiterhin fortlaufend geprüft und Warnungen wenn nötig entsprechend angepasst werden.

Reiseverband: "Schritt in die richtige Richtung"

Der Deutsche Reiseverband DRV begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung. "Damit ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen jetzt zumindest zum Teil wieder für deutsche Urlauber offen", erklärte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Dies sei eine "gute Nachricht nicht nur für die Urlauber, sondern auch für die Reisewirtschaft". 

Fiebig forderte, die Bundesregierung müsse zu "differenzierten Reisehinweisen" zurückkehren. Die Entscheidung zur Türkei sei dabei ein "Schritt in die richtige Richtung". Allerdings habe die Gesundheit "oberste Priorität", so Fiebig. "Wir dürfen die zarte Pflanze Reisefreiheit jetzt auf keinen Fall gefährden." Nur durch verantwortungsvolles Handeln könne das Ansteckungsrisiko minimiert werden. Corona-Tests bei der Rückkehr nach Deutschland sollten deshalb von den Reisenden zahlreich genutzt werden.

Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben

04.08.2020 17:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. August 2020 um 20:00 Uhr.

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