Ulrich Kienzle | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ex-"Frontal"-Moderator Ulrich Kienzle ist tot

Stand: 17.04.2020 11:26 Uhr

Legendär waren die Wortduelle mit Co-Moderator Hauser. Und auch als Ex-"Frontal"-Moderator und Nahost-Experte schrieb Kienzle Fernsehgeschichte, so ZDF-Chefredakteur Frey. Nun ist der Journalist mit 83 Jahren gestorben.

Der frühere Fernsehjournalist Ulrich Kienzle ist am Donnerstag in Wiesbaden gestorben. Das teilte das ZDF mit. Kienzle war vor allem als Moderator des Politmagazins "Frontal" bekannt geworden. Als Journalist machte er sich zudem insbesondere als Nahost-Experte einen Namen. Er wurde 83 Jahre alt.

Sein Interview mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein wurde laut ZDF zu einem "zeitgeschichtlichen Dokument". In seinem Buch "Abschied von 1001 Nacht - Mein Versuch, die Araber zu verstehen" (2011) warf Kienzle einen persönlichen Blick auf 40 Jahre Nahostkonflikt.

Ulrich Kienzle im Jahr 1990 mit dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein | Bildquelle: imago images/Fernando Baptista
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Ulrich Kienzle im Jahr 1990 mit dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein

"Ein Topjournalist"

"Ulrich Kienzle war ein Topjournalist", würdigte ZDF-Chefredakteur Peter Frey den Verstorbenen. Er habe die Welt vor Ort in Augenschein genommen, "um die Konflikte wirklich zu verstehen, über die er dann berichtet hat".

Mit Blick auf die Moderation des Magazins "Frontal" und die regelmäßigen Wortduelle mit seinem Co-Moderator Bodo Hauser erklärte Frey: "Mit seiner Lust, Kante zu zeigen und mit seinem verschmitzten Humor hat er an der Seite von Bodo Hauser ZDF- und Fernsehgeschichte geschrieben."

"Frontal" war unter den Politmagazinen in Deutschland einzigartig. Das Team bestand aus Anhängern der zwei großen Volksparteien, der CDU-Mannschaft um Bodo H. Hauser und der SPD-Mannschaft um Ulrich Kienzle. Ziel war eine möglichst ausgewogene Berichterstattung.

Ulrich Kienzle und Bodo H. Hauser | Bildquelle: dpa
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Ulrich Kienzle und Bodo H. Hauser am 30.09.1995. Ihre Moderation des ZDF-Politmagazin "Frontal" war wegen des Zwei-Fraktionen-Konzepts einzigartig in Deutschland.

Karrierebeginn bei SDR

Der am 9. Mai 1936 in Neckargröningen in Baden-Württemberg geborene Kienzle hatte seine Karriere in den 1960er-Jahren beim Süddeutschen Rundfunk begonnen. Er berichtete als ARD-Korrespondent aus verschiedenen arabischen Ländern.

1990 wechselte er zum ZDF. Dort moderierte er zunächst als Leiter der Hauptredaktion Außenpolitik das "auslandsjournal", bevor er von 1993 bis 2000 das Magazin "Frontal" und später auch die Sendung "Hauser & Kienzle und die Meinungsmacher" präsentierte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. April 2020 um 12:00 Uhr.

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