Das Porsche Logo vor einem Gebäude des Automobilherstellers. | Bildquelle: dpa

Zu hohe Abgaswerte bei SUVs Umwelthilfe rüffelt Kraftfahrt-Bundesamt

Stand: 02.07.2019 17:37 Uhr

Die Deutsche Umwelthilfe geht das Kraftfahrt-Bundesamt scharf an. Neue Messungen hätten ergeben, dass Luxus-Modelle von Porsche und Audi Grenzwerte massiv überschreiten. Doch die Behörde bleibe tatenlos.

Die Deutsche Umwelthilfe hat gegen das Kraftfahrt-Bundesamt schwere Vorwürfe erhoben. Die Behörde schreite nicht entschieden genug gegen betrügerische Abgasreinigung bei Porsche- und Audi-Diesel-Limousinen sowie Diesel-SUVs ein. Die gesundheitsschädlichen hohen Stickoxid-Emissionen (NOx) bei Luxus-Diesel-Limousinen und Edel-Geländewagen mit 3 und 4,2 Liter Motoren seien dem Bundesverkehrsministerium auch aufgrund von Abgasmessungen der Umwelthilfe seit mehr als drei Jahren bekannt, kritisierte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch in Berlin.

Trotzdem werde von den Behörden kein Rückruf der Modelle angeordnet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer halte wie sein Vorgänger Alexander Dobrindt (beide CSU) seine "schützende Hand über die beiden süddeutschen Hersteller", kritisierte Resch.

Grenzwerte um das 8,3-Fache überschritten

Das Emissions-Kontroll-Institut (EKI), das zur Umwelthilfe gehört, habe in den vergangenen Monaten extreme Stickoxidwerte bei Porsche- und Audi-Diesel-Modellen im realen Fahrbetrieb auf der Straße gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Fahrzeuge mit dem federführend von Audi für den VW-Konzern entwickelten 3,0 Liter-Motor EA897 einen extrem hohen Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxide (NOx) aufweisen. Damit bewegten sich Porsche und Audi-Diesel-Pkw mit demselben Motor auf einem extremen Niveau der NOx-Grenzwertüberschreitungen.

So habe ein getesteter Porsche Panamera im Straßenbetrieb den gesetzliche NOx-Grenzwert für Euro-5-Diesel-Pkw von 180 Mikrogramm pro Kilometer mit 1.498 Mikrogramm um das 8,3-Fache überschritten. Zwei weitere untersuchte Porsche-Cayenne-Modelle mit dem Motor EA897evo, Euronorm 6, für die maximal ein NOx-Ausstoß von 80 Mikrogramm erlaubt sei, hätten den geltenden Grenzwert um das 3,6- und 4,2-Fache überschritten. Auch das vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordnete Software-Update sorge nicht für die Einhaltung der Grenzwerte, kritisierte Resch.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 02. Juli 2019 um 17:21 Uhr.

Darstellung: