Kinder sind von hinten zu sehen, wie sie nebeneinander in einer Kita sitzen. | Bildquelle: dpa

Düsseldorfer Tabelle Unterhaltssätze für Kinder steigen

Stand: 16.12.2019 12:00 Uhr

Trennungskinder und Studierende bekommen von 2020 an von ihren unterhaltspflichtigen Eltern mehr Geld: Der Mindestunterhalt steigt in allen Altersstufen um mehrere Prozentpunkte.

Unterhaltspflichtige Elternteile müssen ab dem 1. Januar 2020 mehr für ihre Kinder bezahlen: Die Bedarfssätze in der sogenannten Düsseldorfer Tabelle zum Kindesunterhalt werden zu diesem Zeitpunkt angehoben, wie das Oberlandesgericht Düsseldorf mitteilte.

Demnach steigt der Mindestunterhalt für Kind bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres von 354 Euro auf 369 Euro - berechnet auf der Grundlage eines Nettoeinkommens von 1900 Euro. Kindern im Alter von sieben bis zwölf Jahren stehen demnach künftig 424 Euro zu, vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit werden 497 Euro fällig. Für Kinder über 18 Jahre, die im Haushalt eines Elternteils leben, wird der Unterhaltssatz minimal von 527 Euro auf 530 Euro angehoben.

Auch in höheren Einkommensgruppen steigen die Bedarfssätze um fünf bis acht Prozent. Auf den Unterhalt muss das Kindergeld angerechnet werden - bei Minderjährigen zur Hälfte, bei volljährigen Kindern vollumfänglich, wie das Gericht festlegte.

Selbstbehalt steigt erstmals seit 2015

Änderungen gibt es auch bei den Ansprüchen von Studierenden: Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen, stehen demnach von 2020 an 860 Euro statt 735 Euro zu - einschließlich 375 Euro an Warmmiete.

Der Selbstbehalt für den unterhaltspflichtigen Eltenrteil steigt erstmals seit 2015 wieder: Für nicht erwerbstätige Elternteile, die unterhaltspflichtige und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren haben, liegt der Betrag bei mindestens 960 Euro (vormals 880 Euro). Erwerbstätigen stehen mindestens 1160 Euro statt wie bisher 1080 Euro zu.

Bundesweite Richtlinie zur Unterhaltsberechnung

Die vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegebene Tabelle gibt seit Jahrzehnten bundesweit einheitliche Richtwerte für die Berechnung des Familienunterhalts vor.

Die Tabelle selbst hat keine Gesetzeskraft und ist eine allgemeine Richtlinie, die von allen Oberlandesgerichten bundesweit bei der Berechnung des Kindesunterhalts benutzt wird.

Ihre nächste Anpassung wird voraussichtlich zum 1. Januar 2021 erfolgen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Dezember 2019 um 11:00 Uhr.

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