Auto wurde in Herrnstein in den Bach gespült | Bildquelle: dpa

Unwetter in Deutschland "Es herrscht Chaos hoch drei"

Stand: 28.05.2018 23:57 Uhr

Hagel, Schlammlawinen, weggerissene Autos: In weiten Teilen Deutschlands haben heftige Unwetter gewütet - und auch für die kommenden Tage rechnen Meteorologen mit Gewittern und Überschwemmungen.

Nach schweren Unwettern mit Hagel und Schlammlawinen drohen in Teilen Deutschlands neue Überschwemmungen. Es könnten sich weiterhin teils starke Gewitter bilden, warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Heute müsse mit heftigen Unwettern und Sturzfluten gerechnet werden. Doch auch danach bis einschließlich Donnerstag soll das Wetter ungemütlich sein - mit örtlichem Starkregen und Hagel.

Besonders in Ostdeutschland herrscht zudem vielerorts Waldbrandgefahr. Es wird in den kommenden Tagen fast tropisch heiß: Bis zu 33 Grad Celsius werden erwartet. Der DWD gab für Teile Deutschlands eine Hitzewarnung heraus, die vorerst bis zum heutigen Abend gilt.

Aufräumarbeiten nach schweren Unwettern über Teilen Deutschlands
tagesschau 20:00 Uhr, 28.05.2018, Vera Schmidberger, SWR

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Zwei Frauen vom Blitz getroffen

Bereits am Sonntagabend und in der Nacht waren schwere Gewitter über mehrere Regionen Deutschlands gezogen und hatten Straßen und Keller mit Wasser und Schlamm volllaufen lassen. Besonders von den Unwettern betroffen waren Hessen, der Südwesten von Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Vogtland in Sachsen.

Bei Bochum wurden zwei 21 und 23 Jahre alte Frauen vom Blitz getroffen, als sie auf einem Fuß- und Radweg Filme von sich machten. Wie die Feuerwehr mitteilte, musste eine der Frauen wiederbelebt werden. Sie liege weiter auf der Intensivstation und schwebe noch in Lebensgefahr. Zum Gesundheitszustand der zweiten Frau machte die Polizei zunächst keine Angaben. Sie soll nach dem Unglück ansprechbar gewesen sein und kam ebenfalls in ein Krankenhaus.

Katastrophenalarm in zwei Orten

Im Süden von Rheinland-Pfalz galt laut Polizei in zwei Orten Katastrophenalarm. "Mehrere Ortschaften sind komplett überflutet", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Am stärksten traf es demnach die Orte Fischbach und Herrstein. Dort stand das Wasser teils meterhoch, die Stromversorgung brach zusammen.

Durch Herrstein sei eine 1,60 Meter hohe Flutwelle geschwappt, teilte die Kreisverwaltung mit. Autos seien von den Wassermassen des über die Ufer getretenen Fischbachs mitgerissen worden. Rund 450 Feuerwehrleute sowie knapp 150 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks waren im Einsatz.

Aufräumarbeiten nach dem Unwetter | Bildquelle: dpa
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Aufräumarbeiten in Herrnstein - durch den Ort war laut Kreisverwaltung eine 1,60 Meter hohe Flutwelle geschwappt.

Mindestens 50 Fahrzeuge wurden im Kreis Birkenfeld durch die Wassermassen beschädigt, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Etliche Fahrzeuge seien durch einen rasant angestiegenen Bach ineinander geschoben worden. Mehr als 360 Gebäude seien in insgesamt vier Gemeinden überflutet worden.

Auch Nordhessen betroffen

In Nordhessen berichtete die Feuerwehr von Schlamm- und Hagellawinen. In mehreren Häusern habe sich der Hagel durch Türen und Fenstern gedrückt. Mit schwerem Gerät waren Einsatzkräfte damit beschäftigt, Schlamm und Geröll von den Straßen zu räumen.

Auf Bildern aus dem hessischen Hetzerode war zu sehen, wie Wasser durch die Straßen floss und Autos einschloss. In mehreren Häusern drückte sich Hagel durch Türen und Fenster. An anderen Stellen lagen die kleinen Eiskügelchen mehrere Zentimeter hoch. "Es herrscht Chaos hoch drei", sagte der Leitstellensprecher.

Auch über das Vogtland, wo schon am vergangenen Donnerstag heftige Niederschläge niedergegangen waren, zog erneut ein Unwetter hinweg. Keller standen unter Wasser.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main fielen am Sonntagabend etliche Flüge aus. 66 Starts und Landungen wurden annulliert. Der Großteil der Ausfälle sei auf die Wetterlage zurückzuführen, sagte ein Flughafen-Sprecher.

Über dieses Thema berichtete das morgenmagazin am 28. Mai 2018 um 06:09 Uhr.

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