Eine überflutete Straße in Wuppertal | Bildquelle: dpa

Unwetter in Deutschland Land unter in Nordrhein-Westfalen

Stand: 29.05.2018 20:06 Uhr

Regenfälle, Gewitter, Hitze - das Wetter in Deutschland bleibt turbulent. Besonders heftig wüteten die Unwetter in Nordrhein-Westfalen. In Solingen wurde ein Gedenkakt für die Opfer des Anschlags vor 25 Jahren abgebrochen.

Nach den schweren Gewittern am Montag hat es in Deutschland erneut Unwetter gegeben. Betroffen war vor allem Nordrhein-Westfalen. Hier richteten heftige Regenfälle besonders in den Regionen Wuppertal und Aachen Schäden an.

In Wuppertal wurden zahlreiche Straßen überflutet, mehrere Bäume stürzten um. "Die komplette Stadt steht unter Wasser", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In kurzer Zeit seien dort schätzungsweise mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Aus zunächst unklarer Ursache stürzte in der Stadt das Dach einer Tankstelle ein. Insgesamt 14 Fahrzeuge standen darunter, als es zur Seite kippte und auf den Asphalt krachte. Ein Fahrer konnte sich leicht verletzt retten. Es sei eine "unfassbare Situation" gewesen, sagte eine Polizeisprecherin.

Auch an einem Universitätsgebäude stürzten etwa 30 bis 50 Quadratmeter eines Daches ein. Zudem stehen der Hochschule zufolge der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn in der Region Wuppertal den Zugverkehr ein.

Gedenkakt in Solingen abgebrochen

In der Nachbarstadt Solingen wurde wegen des Unwetters der Gedenkakt zum Brandanschlag vor 25 Jahren abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie wurden danach von den Veranstaltern zum Verlassen des Ortes aufgefordert.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte.

Überschwemmungen drohen

Auch in anderen Teilen Deutschlands drohen weiterhin Unwetter mit Starkregen und Hagel. Der DWD warnte für den Abend noch vor Unwettern in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Insbesondere seien Überflutungen von Kellern und Straßen sowie Hagel- und Blitzschäden möglich. Auch Straßen und Schienenwege könnten unpassierbar sein.

Auch für diesen Mittwoch erwarten die Meteorologen teils heftige Gewitter. Wegen der langsamen Verlagerung der Gewitter drohe neben drei Zentimeter dickem Hagel auch heftiger Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. Vereinzelt könnten sogar Regenmengen von mehr als 60 Litern in wenigen Stunden zusammenkommen, was je nach Gelände zu Überschwemmungen führen kann. Normalerweise liegt das Regen-Soll für den gesamten Monat Mai in Deutschland bei 72 Litern pro Quadratmeter.

An diesem Mittwoch soll sich die Gewitteraktivität weiter in Richtung Nordosten verlagern. "Dann muss in einem breiten Streifen von der Nordsee und dem Emsland bis zum Bayerischen Wald und dem Oderbruch mit zum Teil schweren Gewittern gerechnet werden", sagte DWD-Meteorologe Sebastian Schappert. "Auch ganz im Südwesten, besonders über dem Schwarzwald, können sich im Tagesverlauf erneut kräftige Gewitter bilden." Wo es tatsächlich kracht, ist jedoch kaum vorherzusehen. Die Wettermodelle können das Gewitterrisiko räumlich nicht genauer auflösen.

Mehr zum Thema

Warnung vor starker Wärmebelastung

Nicht nur vor Gewitter und Starkregen warnt der DWD, sondern auch vor starker Wärmebelastung. Betroffen sei ein breiter Streifen von Nordrhein-Westfalen und dem Emsland bis nach Südbrandenburg und Sachsen. In der Nacht zum Dienstag hatte der DWD an fünf Stationen Temperaturen über 20 Grad gemessen - Meteorologen nennen das Tropennacht. Spitzenreiter war Frankfurt am Main mit 20,5 Grad.

Am Dienstagnachmittag lagen die Temperaturen vielerorts bei über 30 Grad - so auch in Hamburg: Bei einem Schulsportfest erlitten hier mehrere Kinder einen Hitzschlag. Acht Schüler und Schülerinnen seien mit akuten Hitzesymptomen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Einige Schüler bekamen hitzefrei.

In Sachsen gab es bisher mehr als ein Dutzend Waldbrände. Auslöser sei meist fahrlässiges Verhalten von Besuchern, wie ein Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst sagte: Lagerfeuer, Grillen, Funkenflug oder weggeworfene Zigaretten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Mai 2018 um 20:00 Uhr.

Darstellung: