Der Negativpreis "Verschlossene Auster" des "Netzwerks Recherche" | Bildquelle: dpa

Negativpreis von Journalisten "Verschlossene Auster" geht nach Bayern

Stand: 15.06.2019 18:00 Uhr

Die "Informationsblockierer des Jahres" werden regelmäßig vom Netzwerk Recherche mit einem Negativpreis ausgezeichnet. Dieses Jahr ging die "Verschlossene Auster" an die bayerische Staatsregierung.

Die bayerische Staatsregierung hat von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche den Negativpreis "Verschlossene Auster" verliehen bekommen. "Die Staatsregierung, getragen von einer Koalition aus CSU und Freien Wählern, blockiert weiterhin die Einführung eines Informationsfreiheitsrechts, wie es in den meisten Bundesländern schon existiert", sagte Vorstandsmitglied Kuno Haberbusch in Hamburg zur Begründung.

Außer in Bayern fehle das Recht zur Einsicht in behördliche Akten nur noch in Sachsen und Niedersachsen. "Dort ist es aber immerhin in Planung", hieß es.

Preisverleihung ohne Herrmann

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den Angaben zufolge die Einladung zur Preisübergabe aus terminlichen Gründen abgesagt. Sein Sprecher hatte in einer Stellungnahme auf bereits geltende besondere Informationsrechte in den Bereichen Umwelt und Verbraucherschutz sowie das bayerische Pressegesetz und Informationsplattformen verwiesen.

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann konnte den Preis nicht entgegennehmen - er war auf einer Dienstreise in Jordanien.

Ehemalige Preisträger

Das Netzwerk Recherche verleiht die "Verschlossene Auster" seit 2002 an den "Informationsblockierer des Jahres". Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Facebook, der ADAC, die früheren Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Otto Schily (SPD), die Rüstungsfirma Heckler & Koch und der Weltfußballverband FIFA.

Netzwerk Recherche wurde 2001 von Journalisten gegründet, um die journalistische Recherche und den Qualitätsjournalismus in Deutschland zu stärken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2019 um 17:00 Uhr.

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